In Anbetracht der Wetterlage müssen die Feuerwehren dieser Tage vermehrt ausrücken. Neben dem allgemeinen Einsatzrisiko ist dies für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute mit einem erheblichen körperlichen und zeitlichen Aufwand verbunden, während andere ihre Freizeit beispielsweise für winterliche Spaziergänge mit ihrem Hund nutzen.
Wenn diese Spaziergänger ihren Hund aber nicht an der Leine führen und der Hund die Gelegenheit nutzt, um Rehe zu jagen, wird nach allgemeinem Dafürhalten die 24h-Stunden-Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren über Gebühr - weil völlig unnötig - strapaziert. Denn die Flucht des Rehwildes erfolgt vielfach kopflos über Stock und Stein und aktuell eben auch über nur leicht zugefrorene Gewässer, wo sie einbrechen und aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen.
So mussten die Ortsfeuerwehren Edewecht, Jeddeloh II und Osterscheps am 04.01.2026 gegen 12:30 Uhr zu einem Tierrettungseinsatz an die Tonkuhle an der Straße Am Hegekamp ausrücken. Dort wurde inmitten des zugefrorenen Gewässers ein Reh vorgefunden, welches während seiner Flucht über das Eis eingebrochen war und sich aus eigener Kraft nicht mehr daraus befreien konnte. Durch seinen Überlebenskampf war das Tier unterkühlt, völlig erschöpft und wies darüber hinaus eine Laufverletzung auf, sodass es nach seiner Rettung von seinen Leiden nur noch erlöst werden konnte.
Mal ganz abgesehen vom Tierwohlvergehen kostet den Steuerzahler dieser Feuerwehreinsatz mehrere tausend Euro, weil der Hundespaziergänger sein Verantwortungsbewusstsein und seine Courage offensichtlich an der häuslichen Garderobe zurückgelassen hatte.