Batman (englisch für „Fledermausmann“) ist ein 1939 erdachter Superheld in einem schwarzen, einer Fledermaus ähnelnden Anzug, der zusammen mit seinem Sohn Robin das amerikanische Verbrechen bekämpft und der noch heute große Popularität bei Kindern genießt. Damit sind wir dann auch schon beim Schwerpunkt-Thema unserer diesjährigen Ferienpassaktion: Fledermäuse.
Zur Vorbereitung hatten sich im Vorfeld unter Federführung von Dietmar und Malte Lübben – sozusagen als Batman und Robin des Hegerings, um im Bilde zu bleiben - einige Hegeringmitglieder zusammengefunden, um Bausätze für Fledermausnistkästen zuzusägen und vorzubohren. An dieser Stelle gilt ein ausdrücklicher Dank der Firma Würth und der Bingo-Umweltstiftung für die materielle Unterstützung des Vorhabens.
Die Bausätze wurden dann im Rahmen der Ferienpassaktion von den Kindern eigenhändig zusammengebaut, bekamen von ihnen einen Brennstempel des Hegerings aufgedrückt und wurden schließlich ihrerseits mit einem Dachschweißbrenner optisch aufgewertet, ehe sie ihren Weg in den Familiengarten fanden. Während dieser praktischen Arbeit wurde fast schon nebenbei Grundlagenwissen über die Fledermaus vermittelt und die kindliche Aufmerksamkeit - stilecht - mit Vampir Fledermäusen der Marke Haribo gesichert.
Von den Fledermäusen ging es nach 20 Minuten zu einem weiteren Flugobjekt: der DJI Mavic 3 – einer Drohne zum Aufspüren von Rehkitzen im Vorfeld der Mahd. Hier stellte u.a. Thorsten Trosin als Baron der Lüfte – durch spektakuläre Flugeinsätze in der Vergangenheit inzwischen selbst eine Art lokaler Action-Held – seine Flugkünste unter Beweis. Zusammen mit Richard Sandmann erläuterte er den Kindern die Notwendigkeit und Funktionsweise des Aufsuchens von Wild, um diese vor dem Mähtod zu bewahren. Aufgrund örtlicher Gegebenheiten lag der Drohnenstand notwendigerweise etwas abseits vom Hauptgeschehen. Weil der Weg per pedes für die Kinder zu weit gewesen wäre, wurde kurzerhand ein Shuttle-Service eingerichtet und Lothar Fugel zum Logistik-Obmann bestellt. Dieser organisierte mit seinem Reviertaxi den Transport der Kinder.
Vom Drohnenstand führte die wilde Fahrt mit dem Reviertaxi schließlich zu den Wilden Gefährten, genau genommen zu den Falknern Noah Rönisch und Monique Ebeler. Der Star an diesem Stand hieß allerdings Bismarck, seines Zeichens - weder Schnaps noch Hering – eine Weißgesichtseule, die beide Falkner von Kindesbeinen an aufgezogen haben. Ihm und dem Wüstenbussard Buddy sowie dem Buntfalken Donald standen die Kinder quasi Auge in Auge gegenüber und auch so mancher Jäger war durchaus beeindruckt, was die stetige Menschentraube am Falknerstand bewies. Daneben erfuhren alle Zuhörer natürlich allerhand Wissenswertes über Falknerei und Greifvögel.
Abgerundet wurde das Programm schließlich durch einen vierten Stand mit diversen Exponaten, die die Kinder zu einem interaktiven Austausch anregten, anstatt sie einem Frontalunterricht auszusetzen. So konnten sie beim „Wildmemory“ ihr vorhandendes Wissen unter Beweis stellen und es in der „Fährtenwerkstatt“ praktisch anwenden. Auf der sog. „Müllhalde“ bekamen die Kinder einen Eindruck davon, welche Gefahren für Wildtiere von achtlos weggeworfenem Müll ausgehen. Auf diese Weise vermittelten u.a. Frauke Hafner, Kerstin Hollje, Sandra Mierwaldt und Andrea Lidzba auf attraktive Weise Grundlagenwissen.
Nachdem die Edewechter Jagdhornbläser die Veranstaltung um 18:00 Uhr zunächst wirkungsvoll eröffnet hatten, übernahmen sie im weiteren Verlauf die Rolle des “Spielverderbers“, indem sie alle 20 Minuten das Ende des jeweiligen Stand-Aufenthalts durch das Ausbringen jagdlicher Signale einläuteten und damit die Rotation der einzelnen Kindergruppen am Laufen hielten.
Gegen 19:45 Uhr hieß es dann für alle Teilnehmer: Aufsitzen und Abfahrt in die Reviere, um Reh und Fasan, Fuchs und Hase “Gute Nacht” zu sagen. Hiervon kehrten die Kinder schließlich gegen 21:00 Uhr mit allerhand Impressionen im Rucksack zurück und waren hiernach mehr als bereit für das Schüsseltreiben.
Dieses gab es allerdings nicht einfach vorgesetzt. Stattdessen mussten die Kinder selber aktiv werden und ihren eigenen Wildburger “bauen“. Vorausgegangen war auch hierfür ein gewisser Vorbereitungsaufwand. Erfreulicherweise hatte sich Kalle Lohmüller nicht lange bitten lassen, ein Reh mit seinem gesamten handwerklichen Geschick zu kindgerechten, 8cm großen Burger-Pattys zu verarbeiten. Die Holzofen-Bäckerei Ripken aus Apen sponserte unterdessen dankenswerterweise über 100 Burger-Buns (für die vegetarischen Leser: Bun ist die Bezeichnung für ei typisches Burger-Brötchen).
Sowohl Pattys als auch Buns erhielten die Kinder bei der Ferienpassaktion dann aus den Händen von Bäckermeister Frank von Aschwege, der bei dieser Gelegenheit auch zum Grillmeister avancierte - wohlwissend, dass das Geheimnis beider Innungen darin besteht, Fleisch wie Mehl mit Luft und Wasser zu einer festen Masse zu verarbeiten. Das Ergebnis überzeugte geschmacklich jedenfalls Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Beleg dafür ist die Tatsache, dass am Ende alles restlos vergriffen war, weil es regelmäßig nicht bei dem Verzehr nur eines Burgers blieb und kein Kind unter Verweis auf etwaige Bambi-Bilder Bedenken anmeldete.
Aber auch die Anhänger der Spezialitäten-Küche kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten. Unter dem Motto „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt“ oder „Der Mensch ist, was er isst!“ bot Alexander Bischof den Anwesenden Burger vom Nutria an. Überraschenderweise gingen die (jagdlich unbedarften) Eltern der Kinder wesentlich unbefangener an die Sache ran als mancher Jäger. Jedenfalls meldete auch sein Stand am Ende: Der Artikel ist nicht mehr lieferbar!
Im Ergebnis hat sich der Hegering Edewecht dank der Initiative von rund 30 Jägern auch in diesem Jahr programmatisch wieder neu erfunden und gleichzeitig Probates der letzten Jahre bewahrt. Dazu zählt u.a. der Ort des Geschehens, für dessen Zurverfügungstellung Gerold, Insa und Maren Kahle wieder ein herzlicher Dank gebührt, die im Vorfeld wieder alles rausgeputzt hatten und deren Offenherzigkeit gegenüber einer solchen Vielzahl und unbekannter Personen nicht selbstverständlich ist.