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Drei neue Drohnen für die Jägerschaft Wolfenbüttel zum Wohle von Rehkitz und Co.

Die Jägerschaft Wolfenbüttel setzt sich im Rahmen des Natur- und Artenschutzes unter anderem für die Wildtierrettung in der Region ein. Sie unterstützt insbesondere in den Monaten Mai und Juni die Landwirte bei der Suche nach Rehkitzen und jungen Hasen, um sie vor dem Tod durch die anrückende Mähmaschine zu bewahren. Seit Kurzem verfügt die Jägerschaft Wolfenbüttel über drei neue Drohnen. Für eine effiziente Suche stehen ihr somit insgesamt vier dieser Fluggeräte mit Wärmebildtechnik zur Verfügung. Möglich gemacht hat dies die Stiftung Zukunftsfonds Asse mit einer entsprechenden Zuwendung, für die sich die Jägerschaft herzlich bedankt. Der Dank gilt auch dem stellvertretenden Landrat und Vorsitzenden des Stiftungsrats Uwe Schäfer für sein Engagement in der Wildtierrettung sowie dem Luftfahrtbundesamt für die schnelle Zulassung der Drohnen. Durch den Einsatz der modernen Technik wird es möglich, zukünftig noch mehr Rehkitze, Hasen und Gelege von Bodenbrütern zu retten.

Hintergrund: Der Frühsommer verwandelt die Wiesen, Felder und Wälder unserer Region in eine Kinderstube für Wildtiere. Um ihren Nachwuchs vor Fressfeinden zu schützen, haben die Tierarten unterschiedliche Strategien entwickelt. Während bei einigen Arten der Nachwuchs dem Muttertier bereits kurz nach der Geburt folgen kann, verstecken beispielsweise Rehe oder Hasen ihre Jungen zunächst gut getarnt im hohen Gras von Wiesen. Dort bleiben sie in den ersten Lebenstagen regungslos liegen, insbesondere bei Gefahr. Da Rehkitze keinen Eigengeruch haben, funktioniert diese Strategie bei natürlichen Fressfeinden sehr gut – nur nicht bei einer Mähmaschine. Trotz aller Anstrengung von Landwirten und Jägern werden viele Jungtiere aufgrund ihrer sehr guten Tarnung im Vorfeld des Mähvorgangs nicht gefunden. Diese werden von den Maschinen erfasst und getötet oder schwer verletzt. Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildtechnik erhöht die Chancen auf Rettung des Wildtiernachwuchses enorm.

So kommt es, dass man im Morgengrauen auf den Wiesen und Feldern in der Region mit ein bisschen Glück die Wildtierretter der Jägerschaft Wolfenbüttel bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit beobachten kann. Sie suchen zunächst mit einer Drohne die Fläche ab die gemäht werden soll. Zeigt die Kamera warme Punkte die von Jungwild stammen könnten, leitet der Drohnenpilot bzw. die Drohnenpilotin die Helfer per Funk zu dieser Stelle. Diese setzen den Wildtiernachwuchs in Transportkörbe und tragen ihn an den sicheren Rand der Wiese. Wichtig ist hierbei, dass das Jungtier nie direkt mit der Haut des Menschen in Berührung kommt. Die Elterntiere würden ansonsten ihren Nachwuchs nicht mehr annehmen und dieser müsste verhungern. Die Helfer tragen daher Handschuhe und legen zusätzlich Grasbüschel zwischen den Tierkörper und ihre Hände. Nachdem der Landwirt die Wiese gemäht hat, werden die Körbe wieder entfernt und die Muttertiere finden ihren Nachwuchs wieder.

Auch Sie können einen wichtigen Beitrag zur Jungwildrettung leisten. Bitte halten Sie Abstand zu Rehkitzen und anderem Wildtiernachwuchs und fassen Sie diesen niemals an. Die Muttertiere kehren zum Säugen zu ihrem Nachwuchs zurück. Sie sind in der Nähe, auch wenn Sie sie nicht sehen. Wichtig ist insbesondere, dass Sie ihren Hund während der allgemeinen Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit vom 01.04. bis 15.07. in der freien Landschaft anleinen und nie in die Nähe der Jungtiere lassen. Es reicht bereits ein kurzer Kontakt aus und das Muttertier nimmt ihren Nachwuchs aufgrund des fremden Geruchs nicht mehr an. Rehkitz und Co. müssen dann verhungern.

Sofern Sie als Landwirt oder Jagdpächter die Unterstützung der Jägerschaft Wolfenbüttel im Rahmen der Jungwildrettung in Anspruch nehmen möchten, steht Ihnen Herr Dirk Sticherling unter der Telefonnummer 0151-70 54 58 32 gerne als Ansprechpartner und Koordinator zur Verfügung.