Energie aus Wildpflanzen

Landesjägerschaft und 3N luden gemeinsam mit Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast zur Expertenrunde.

An einer Wildpflanzen-Projektfläche v.l.: 3N-Geschäftsführerin Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer, Stellv. LJN-Präsident Josef Schröer, Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, Christopher Straeter, Referent Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie im ML und Johann Högemann, Naturschutzobmann der Jägerschaft Lingen.

Auf Einladung der Landesjägerschaft und des 3N Kompetenzzentrum fand heute gemeinsam mit Niedersachsens Landwirtschaftsministerien Barbara Otte-Kinast ein Expertengespräch zum Thema „Mehrjähriger Wildpflanzenanbau als Kultursystem“ in Lingen statt.

Teilnehmer waren unter anderem Vertreter des Wasserverbandes, des Fachverbandes Biogas, des Landesverbandes Erneuerbare Energien sowie der Landwirtschaftskammer und des Landvolks. Neben der Präsentation der Abschlussergebnisse des Projektes „Nährstofffixierung durch mehrjährige Wildpflanzen“ standen vor allem Zukunftsfragen im Mittelpunkt der Expertenrunde. Insbesondere Möglichkeiten der Etablierung und Honorierung des mehrjährigen Wildpflanzenanbaus als klima- und umweltgerechtes Produktionssystem standen im Mittelpunkt der Gespräche.

Beim Ansatz, Wildpflanzen zur Energiegewinnung wissenschaftlich zu fundieren und deren Chancen und Potenziale transparent zu machen, ist Niedersachsen bundesweit führend: In einem ersten gemeinsamen Projekt der Landesjägerschaft Niedersachsen und dem Land Niedersachsen in Kooperation mit dem 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover wurden in den Jahren 2013 bis 2016 bereits die ökologischen und ökonomischen Effekte des Anbaus von Wildpflanzen zur Energiegewinnung untersucht.

In dem zweiten Projekt zur Nährstofffixierung standen die Fähigkeiten und Potenziale der Wildpflanzen in Bezug auf die Grundwasserqualität bzw. die Reduktion der Nitratausträge in das Grundwasser. Beide Projekte, die mit je 150.000€ mit Mitteln des Landes Niedersachsen finanziell gefördert wurden lieferten sehr positive Ergebnisse – im Hinblick auf den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt, wie auch in Bezug auf Vermeidung von Stickstoffausträgen im Boden.

Der Wildpflanzenanbau zur Energiegewinnung ist eine echte Chance zur ökologischen Aufwertung der Feldflur. Er bietet innovative Ansätze für ein Gesamtkonzept zum Wohle von Artenvielfalt, Grundwasserschutz und Bodenqualität. Die Ergebnisse beider Forschungsprojekte belegen dies eindrücklich. Nun ist der politische Wille gefordert, diesen mehrjährigen Wildpflanzenanbau als mehrjähriges Kultursystem in Niedersachsen zu etablieren und entsprechende finanzielle Förderanreize zu schaffen. 

Im Rahmen des Termins erneuerte die Landesjägerschaft ihre Forderung den Wildpflanzenanbau zur Energiegewinnung im Rahmen der GAP förderfähig zu gestalten – auch eine entsprechende Maßnahme im Rahmen der Niedersächsischen Agrarumweltprogramme oder einer anderen Form der landessweiten finanziellen Förderung sei dabei eine mögliche Variante.

Weitere Informationen zu diesem Thema:

www.ljn.de/wild_und_jagd/natur_und_artenschutz/forschungsprojekte/