Feldhasenbesätze in Niedersachsen konstant

Durchschnittlich 14 Hasen pro Quadratkilometer im Land. Das zeigen die Daten aus der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) der Landesjägerschaft für das Frühjahr 2025.

Feldhasenbesätze in Niedersachsen konstant
Durchschnittlich 14 Hasen pro Quadratkilometer im Land

Durchschnittlich 14 Feldhasen pro Quadratkilometer leben in Niedersachsen. Das zeigen die Daten aus der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. für das Frühjahr 2025. Die Feldhasenbesätze im Land bleiben damit gegenüber dem Frühjahr 2024 konstant. Im Vergleich zur Erfassung vor 10 Jahren im Frühjahr 2015, bedeutet dieser Wert eine Steigerung von rund 25 Prozent – damals lag der Besatz noch bei 11 Feldhasen pro Quadratkilometer.

Der Feldhase ist eine Indikatorart, da er besonders sensibel auf Veränderungen in seiner Umwelt reagiert – hohen Einfluss hat dabei die Qualität des Lebensraums: Feldhasen sind angewiesen auf strukturgebende Landschaftselemente wie Hecken oder andere Saumstrukturen mit nahrhaften Wildkräutern und Gräsern sowie Bracheflächen und Blühstreifen. In weiten Teilen des Landes kümmern sich Jägerinnen und Jäger ehrenamtlich gemeinsam mit Landwirten und Flächeneigentümern vor Ort um die Schaffung und den Erhalt solcher Biotopstrukturen. Davon profitieren auch Insekten, Feldvögel und viele andere Arten der Agrarlandschaft.

Neben dem Schutz und der Aufwertung von Lebensräumen ist auch die Bejagung der Beutegreifer eine zentrale Stellschraube. Nur beides zusammen stärkt den Feldhasen und andere Leitarten der Feldflur dauerhaft und nachhaltig: Artenschutz und Artenvielfalt braucht geeignete Habitate und ein intensives Prädatorenmanagement, denn „schöner wohnen“ allein, reicht bei weitem nicht aus.

Der konstante Besatz im Frühjahr 2025 ist auch vor dem Hintergrund einer noch recht neuartigen Viruserkrankung beim Feldhasen ein positives Signal: Erstmals im Herbst 2024 wurde in Niedersachsen die Myxomatose beim Feldhasen nachgewiesen. Diese beim Kaninchen bereits länger bekannte, beim Feldhasen jedoch neu auftretende Erkrankung, hat seither regional sehr unterschiedlich stark auf die Besätze eingewirkt. Die Landesjägerschaft Niedersachsen und das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (ITAW), arbeiten seit dem erstmaligen Auftreten dieser Viruserkrankung in Niedersachsen sehr intensiv an der Untersuchung dieses Infektionsgeschehens und den Auswirkungen auf die Feldhasenpopulation.

Die Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE): Erfolgreiches Monitoring durch die Jäger

Seit dem Jahr 1991 führt die Landesjägerschaft Niedersachsen gemeinsam mit dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) gemäß wissenschaftlichen Standards die Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) durch. Über Zählungen und Bestandseinschätzungen werden im Rahmen der WTE Jahr für Jahr neben dem Feldhasen auch kontinuierlich verschiedene Wildtierarten von den Jägerinnen und Jägern in Niedersachsen erfasst. So entstehen flächendeckend langjährige und fundierte Daten und Zahlenreihen, die die Populationsentwicklung nicht nur des Feldhasen, sondern vieler andere heimischer Wildarten wiedergeben. Die WTE ist damit Vorbild für viele andere Wildtiererfassungsprogramme geworden – unter anderem das Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands (WILD).