Jagdhornblasen

Am 10.06.2018 veranstaltete die Landesjägerschaft Niedersachsen am Jagdschloss Springe den diesjährigen Landeswettbewerb im Jagdhornblasen in den Klassen C, B, A und G.

Hier finden Sie die Ergebnislisten:

Wertungsklasse C

Wertungsklasse B

Wertungsklasse A

Wertungsklasse G

Landeskürwettbewerb und Naturerlebnistage

Kürwettbwerb im Jagdhornblasen
Das musikalische Gesicht der Jagd


Erstmalig richtet die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Jägerschaft Ammerland und den Hegeringen vor Ort den diesjährigen Landeswettbewerb im Jagdhornblasen   – Kür-Wertungsblasen B- und Es-Horn –  auf dem Turnierplatz in Rastede aus. Eingebettet in die Naturerlebnistage der Residenzort Rastede GmbH werden am Sonntag, den 18. Juni 2017, über 50 Bläsergruppen aus ganz Niedersachsen und einige Gastgruppen  aus anderen Bundesländern erwartet, die ihr Können auf diesem traditionsreichen Veranstaltungsgelände präsentieren. Neben den beeindruckenden musikalischen Darbietungen  rundet das vielseitige Begleitprogramm der Naturerlebnistage die Veranstaltung ab.

Beim Niedersächsischen Kürwettbewerb tragen die Jagdhornbläser jeweils zwei selbstgewählte Stücke aus dem Repertoire von Jägermärschen und Fanfaren vor, die nach dem Schwierigkeitsgrad in drei Leistungsstufen (Unter-, Mittel-, und Oberstufe) eingeordnet sind. Dabei sind individuelle Interpretationen oder Variationen allgemein bekannter Stücke ebenso zugelassen und erwünscht wie Eigenkompositionen, um so das Hören und Kennenlernen neuer Werke zu ermöglichen und die Vielfalt der Jagdmusik aufzuzeigen. Bei dem B-Horn- Wettbewerb finden sowohl die herkömmlichen Fürst-Pless-Hörner als auch zur klanglichen Ergänzung das eine Oktave tiefer stehende B-Parforcehorn Verwendung. Im Anschluss an den Wettbewerb der B-Hörner findet der Es-Horn-Wettbewerb statt.

Anders als beim B- Horn, wo ausschließlich die Naturtonreihe in der Tonlage "B" geblasen wird, kann man mit dem ES- Parforcehorn konzertante Jagdmusik zu Gehör bringen. Seinen Ursprung hat das Parforcehorn in der Stimmung ES aus der Reitjagd des 17./18. Jahrhunderts.

Gegen 08.00 Uhr startet der Wettbewerb und die ersten Jagdhörner werden auf dem Turnierplatz erklingen – der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. 

Im Anschluss an die Siegerehrung der einzelnen Wettbewerbsklassen finden sich zum Abschluss der Veranstaltung, etwa gegen 16.00 Uhr, alle Jagdhornbläser auf dem Turnierplatz ein und sorgen für einen weiteren einzigartigen Musikgenuss: Aus etwa 800 Jagdhörnern werden dann gemeinsam die schönsten Jagdsignale und Jagdmärsche erklingen – ein musikalischer Hochgenuss.

Hier finden Sie den zugehörigen Informationsflyer.

Jagdhornblasen ist ein altes Kulturgut, das bis in die heutige Zeit hinein gepflegt und im praktischen Jagdbetrieb eingesetzt wird.
Bereits früh hat der Mensch erkannt, dass mit dem Büffel- oder Ochsenhorn dumpfe Töne zu erzeugen sind. Hierfür wurde die Spitze des Tierhorns abgesägt und bis zum Schalltrichter aufgebohrt. Das Jagdhorn wurde genutzt, um sich unter den Jägern auf der Jagd zu verständigen und Informationen weiterzuleiten. Mit Hilfe der Tierhörner konnte eine begrenzte Zahl von Tönen (1- 2 Töne) verschiedener Höhen erzeugt werden. Die Jagdsignale der Vorzeit bestanden somit bis hinein ins hohe Mittelalter aus einer begrenzten Anzahl von Tönen verschiedener Tondauer und Höhe.
Das Tierhorn (Hifthorn/ Rüdenhorn) wurde von den Jägern bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts verwendet.

Die Metallhörner haben schließlich die Tierhörner abgelöst. Seitdem wird versucht eine optimale Kombination von Praktikabilität (Handlichkeit) und klanglicher Qualität zu erzielen. Die Entwicklung der Jagdhörner und ihre äußere Gestaltung zeigt ein fortwährendes Abwägen zwischen Handlichkeit und damit Kompaktheit einerseits und dem Ausbau der musikalischen Möglichkeiten andererseits, was in der Vergangenheit immer gleichzeitig mit einem Verlängern der Röhre verbunden war.

Das kurze Signalhorn ist bis heute im so genannten Fürst- Pleßhorn erhalten geblieben. Seinen Namen erhielt es nach dem Oberjägermeister Fürst von Pleß, der wesentlich zu dessen Verbreitung beigetragen hat. Es bietet dem Laien mit einem Umfang von 5 Tönen die Möglichkeit einer einfachen, aber einprägsamen Melodiegestaltung.

Neben diesem handlichen Jagdhorn setzte sich auch ein größeres Horn, das so genannte Parforcehorn durch, das im 17./ 18. Jahrhundert von den Franzosen übernommen wurde. Dieses Horn fand überwiegend in der Reitjagd Anwendung, weshalb weniger Wert auf die Handlichkeit, als vielmehr auf die klangliche Qualität gelegt wurde.

Mit der größeren Länge des Rohrs (ca. 4,50 m) konnten gleichzeitig auch größere Ausschnitte aus der Naturtonreihe geblasen werden.

Ab dem 19. Jahrhundert wurde das Parforcehorn aus dem Jagdbetrieb verdrängt und die einfachen Jäger bevorzugten aus praktischen Gründen das Fürst- Pleßhorn.

Das Parforcehorn hat sich bei den Jägern in Deutschland erst wieder nach 1970 durchgesetzt, da die Jagdmusik zu dieser Zeit immer mehr an Bedeutung gewann.

Die heutigen Jäger blasen in Deutschland und in den deutschsprachigen Nachbarländern das Pleßhorn in B ("in B" bedeutet: die geschriebene Note C klingt aus dem Rohr als Ton B), das so genannte Parforcehorn in B und das Parforcehorn in Es (auch umschaltbar in B/Es).

Mit der Zahl der aktiven Jagdhornbläser stieg auch das Bedürfnis, außerhalb der eigentlichen Jagdausübung zumeist in organisierten Gruppen zu blasen. Heute gibt es auf allen Ebenen der jagdlichen Verbandsstruktur (Jägerschafts-/ Hegeringebene) so genannte Bläsergruppen, in denen vor allem die konzertante Jagdmusik präsentiert wird.

Zur Intensivierung und Vereinheitlichung finden in regelmäßigen Abständen (in Niedersachsen alle 2 Jahre) Bläserwettbewerbe statt, in denen sich die einzelnen Gruppen präsentieren und ihr Können unter Beweis stellen. Der erste Landesbläserwettbewerb fand im Jahre 1953 in Hessen statt und alle anderen Landesjagdverbände zogen später nach. Der erste Bundesbläserwettbewerb wurde im Jahre 1961 auf Schloss Kranichstein durchgeführt.

Der erste Landesbläserwettbewerb in Niedersachsen wurde im Jahre 1962 in Verbindung mit dem Landesschießen durchgeführt.

Seit dem Jahre 1968 wird der Landesbläserwettbewerb alle zwei Jahre im Jagdschloss Springe ausgetragen.

Eine ausführliche Beschreibung zur Entwicklung des Jagdhornblasens von Friedrich Ritter finden Sie auf der rechten Seite unter Downloads und Links.