Jäger Werner Philipp brachte Schülerinnen und Schülern der Grundschule Kleibrok spielerisch die Tiere des Waldes nahe
An drei aufeinanderfolgenden Wochen im Mai verlegten die Schulklassen 3a, 3b und 3c der Grundschule Kleibrok ihren Sachunterricht in den nahegelegenen Horstbusch. Hier erwartete sie Werner Philip, Jäger im Hegering Rastede Nord, zunächst an einem vorbereiteten Tisch mit vielen tierischen Exponaten. Von den Mädchen und Jungen nach den Aufgaben eines Jägers gefragt, erzählte er, dass Jäger für die Regulierung der Wildbestände, den Schutz der Lebensräume und die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen verantwortlich seien: „Sie helfen, das ökologische Gleichgewicht zu wahren und Wildtiere zu schützen“, erklärte er und ergänzte: „Zum Beispiel helfen Jägerinnen und Jäger gemeinsam mit Drohnenpiloten dabei, die Wiesen, die gemäht werden sollen, nach Kitzen abzusuchen, um sie vor dem Mähtod zu bewahren.“
Bevor es zu den nächsten Stationen ging, konnten die Kinder ein Geweih, zwei Damschaufeln und ein Rehgehörn betasten und lernten deren Aufbau kennen. Danach erhielten die Mädchen und Jungen die Aufgabe, 18 Waldtiere aus Sperrholz zu finden, und bekamen für jedes gefundene Tier ein Originalbild. Diese Bilder konnten sie im Anschluss den „Stockwerken des Waldes“ zuordnen, in denen die Tiere beheimatet sind. An einer weiteren Station hatten sich fünf Waldtiere, darunter auch ein Luchs aus dem Harz, im Gebüsch versteckt. Nach dem Auffinden durften die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen und die Tierkörper mit Naturmaterialien belegen.
Waldspiele in der Turnhalle
In der dritten Woche änderte sich das Wetter, und damit der Sachunterricht für die Klasse 3c nicht ausfallen musste, beschlossen Werner Philip und Klassenlehrerin Barbara Karsch, die Waldspiele in die Turnhalle zu verlegen. Eine Aufgabe war es hier, zwölf Tiere zu zählen und zu bestimmen. Werner Philip spielte mit dem Handy einzelne Tierlaute ab, die Kinder mussten herausfinden, zu welchem Tier die jeweilige Stimme gehörte, und dieses dann mit einer Taschenlampe anleuchten. Da in der Turnhalle natürlich weder Blätter noch Moos vorrätig waren, hatte Werner Philip buntes Papier zur Verfügung gestellt. Hieraus schnitten die Kinder Blätter aus und gestalteten aus den Tieren bunte Fabelwesen. Beim Abschluss-Spiel bekamen die Kinder je eine Becherlupe mit einem aus einem Bild ausgeschnittenen Insekt und mussten dieses nun an einer langen Leine dem entsprechenden Bild zuordnen.
Am Ende der Waldspielstunde erhielten alle Mädchen und Jungen eine Urkunde sowie ein Erkennungsblatt mit Bäumen, die sie mit den Blättern und Früchten verbinden konnten. Werner Philip freut sich über den erfolgreichen Verlauf: „Die Schulleitung ist von dieser Art der Naturkunde angetan und möchte sie in den jährlichen Stundenplan einbauen.“
Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen
Mitte Mai erhielten Werner Philip und Natascha Felder vom Hegering Nord bei der Landestagung in Hannover vom Präsidenten des Deutschen Jagdverbandes Helmut Dammann-Tamke ihr Zertifikat als Nachweis über die erfolgreich abgeschlossene Weiterbildung zum Naturpädagogen/zur Naturpädagogin.
Quelle: Rasteder Rundschau
