Im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2025 wurde im Bereich des Polizeikommissariates Stolzenau ein gemeinsames Pilotprojekt der Jägerschaft des Landkreises Nienburg e.V. und der Polizei durchgeführt. Ziel war es, die Abläufe bei Wildunfällen effizienter zu gestalten und die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Jagdpächtern zu optimieren.
Ausgangslage und Zielsetzung
Vor Beginn des Projektes waren Wildunfallaufnahmen mit einem hohen Zeit- und Personalaufwand für die Polizei verbunden. Einsatzkräfte wurden häufig bei niedrig priorisierten Einsätzen gebunden, lange Fahrstrecken verursachten zusätzliche Kosten und verletzte Wildtiere konnten teilweise nur verzögert versorgt werden.
Das Pilotprojekt setzte genau hier an. Die Zielsetzung bestand darin, polizeiliche Wildunfallaufnahmen zu reduzieren, Einsatzkräfte zu entlasten, klare Zuständigkeiten zwischen Polizei und Jagdpächtern zu schaffen und eine zeitnahe Wildversorgung sicherzustellen. Begleitet wurde der Projektstart durch eine Vorstellung bei den Hegeringleitern sowie durch Öffentlichkeitsarbeit.
Ergebnisse des Projektzeitraums
Die Auswertung der Wildunfälle während der dreimonatigen Projektphase zeigt deutliche Verbesserungen. Insgesamt konnten polizeiliche Aufnahmen und damit verbundene Fahrstrecken spürbar reduziert werden. Die Polizei gewann dadurch mehr Kapazitäten für höher priorisierte Einsätze, während Jagdpächter schneller in die Wildversorgung eingebunden wurden.
Die Rückmeldungen aus den beteiligten Dienststellen fielen durchweg positiv aus. Besonders hervorgehoben wurde die spürbare Entlastung der Einsatzkräfte sowie die effizientere Zusammenarbeit mit der Jägerschaft.
Erkannte Problemfelder
Trotz der insgesamt sehr positiven Bilanz wurden auch einzelne Schwachstellen identifiziert. Dazu zählten Wildunfallaufnahmen in der Nacht ohne anschließende Kontaktaufnahme der Jagdpächter, zeitweise Nichterreichbarkeit von Jagdpächtern am Tage sowie vereinzelt nicht aktuelle Zuständigkeitslisten.
Lösungsansätze und Weiterentwicklung
Zur weiteren Verbesserung der Abläufe wurden konkrete Maßnahmen definiert. Dazu gehören eine konsequente Nachkontaktierung nach Nachtaufnahmen sowie die regelmäßige Aktualisierung der Jagdpächter-Tabellen in den Polizeisystemen. Eine polizeiliche Aufnahme – etwa bei Nichterreichbarkeit oder Abwesenheit der Jagdpächter – bleibt weiterhin vorgesehen.
Fazit und Ausblick
Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass eine strukturierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Polizei und Jägerschaft deutliche Vorteile für beide Seiten bringt. Die Fortführung der Verfahrensweise wird ausdrücklich empfohlen und wird in den Bereichen Hoya und Nienburg bereits umgesetzt. Eine Übertragung auf weitere Polizeiinspektionen sowie eine Pilotierung im Landkreis Schaumburg erscheinen sinnvoll.
Insgesamt stellt das Projekt ein gelungenes Beispiel für praxisnahe Kooperation dar und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Polizei und zur verbesserten Wildversorgung.
