Naturschutz aus Tradition

Die Zieldefinition und Zweckbestimmung in der Satzung des Landesjägerschaft Niedersachsen ist nicht erst jüngst festgelegt worden, sondern beruht auf einer längeren Tradition und Entwicklung. Von der ersten demokratischen legitimierten Jagdorganisation in Deutschland, dem ADJV, gibt Zeugnisse, die belegen, daß ihm der Schutz der Natur und insbesondere seltenere Arten bereits Ausgangs des vorvorigen Jahrhunderts ernstes und wichtiges Anliegen war.

1885 z.B. wies die damalige jagdliche Organisation, der Allgemeine Deutsche Jagdschutzverein (ADJV), auf die Notwendigkeit der Anlage von Wildremisen hin, die wir heute als Hegebüsche bezeichnen und die wertvolle Rückzugsstandorte für Flora und Fauna darstellen.

1893 richtete der ADJV eine Bittschrift an den Reichstag, sich für die Beendigung des Massenmordes der Vögel in Italien einzusetzen.

1914 erklärte der ADJV-Landesverband Braunschweig-, daß das Raubwild im Reich der Natur wichtige Aufgaben zu erfüllen habe. So wurde auch damals schon von den Jägern Schutz der Wanderfalken empfohlen.

In den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden Schutzgebiete von Jägern eingerichtet und betreut, wie beispielsweise das Wasserwildschutzgebiet Boye bei Celle, die Rominter Heide, das Naturschutzgebiet Darß oder das Großtrappenbiotop Rhyn-Luch.

Diese Tradition ist in logischer Konsequenz von den Jägern stets weiter gepflegt und fortentwickelt worden.