Leistungsfähigkeit der Jäger

Aktion Hegebüsche

Mit der Aktion Hegebüsche wird bereits seit langem bewiesen, wie leistungsfähig die Jäger Niedersachsens sind. Die Ideen darum sind bereits 1885 erstmals fixiert worden, als die damalige Vorläuferorganisation, der Allgemeine Deutsche Jagdschutzverein (ADJV), auf die Notwendigkeit der Anlage von Wildremisen hingewiesen hatte. Hegebüsche bestehen heute aus Kräutern und Sträuchern und einzelnen Bäumen, die dem Standort und der Landschaft angepaßt sind. Sie bieten freilebenden Tieren Deckung, Ruhe und Nahrung.

Im vergangenen Jahr sind 155 neue Hegebüsche in Niedersachsen entstanden. Für die Pflanzen wurden 89.919 Euro als Zuschüsse gewährt. In den letzten dreißig Jahren haben die Jäger Niedersachsens insgesamt 8.763 Hegebüsche angelegt und dabei mehr als 22 Millionen neue Bäume und Sträucher gepflanzt.

20 Jahre Aktion Biotopschutz

Wer anders als der Grundeigentümer selbst kann am leichtesten festlegen, ob und was auf seiner Fläche naturbelassen bleibt und zur Förderung der Artenvielfalt hergerichtet und gepflegt wird? Aus dieser Erkenntnis heraus hat ein weitsichtiges Präsidium der Landesjägerschaft Niedersachsen unter dem damaligen Präsidenten Detlev Freiherr v. Stietencron im Jahr 1984 die Aktion Biotopschutz ins Leben gerufen. Seither kauft die Landesjägerschaft Land, um es umzugestalten und dauerhaft zu garantieren, daß es Naturland bleibt. Mit dem Eigentum wird bewiesen, wie leistungsfähig die Jäger Niedersachsens als Naturschützer sind.

Im Naturland der Landesjägerschaft Niedersachsen befinden sich höchst unterschiedliche Biotoptypen wie zum Beispiel Moore, Fließ- und Stillgewässer, Sümpfe, Gebüsche, Sumpfdotterblumenwiesen, Streuobstwiesen, Quellbereiche, Röhrichte, seggenreiche Naßwiesen, Heiden, Bruchwälder und Halbtrockenrasen.

Viele der Biotopschutzflächen der Jäger sind, nicht zuletzt auch aufgrund ihrer behutsamen Pflege und gezielten Entwicklung, zu besonders geschützten Biotopen geworden und erfüllen die vom Gesetzgeber dafür definierten Kriterien. Insgesamt 154 unterschiedliche Flächen hat die Landesjägerschaft inzwischen aufgekauft. Das sind insgesamt fast 500 ha.

Die Aktion Biotopschutz hilft der Natur unserer Heimat. Wer diese Aktion unterstützen und fördern möchte, kann dazu Spenden einzahlen auf das Konto Nr. 101 029 593 bei der Norddeutschen Landesbank (BLZ 250 500 00). Selbstverständlich gibt es dazu Spendenbescheinigungen für das Finanzamt.

Eine detaillierte Übersicht der einzelnen Flächen finden Sie auf der rechten Seite unter Downloads und Links.

Ackerwildkräuter

Der Gefahr, daß durch die Pflanzenbehandlung in den Äckern die Keimfähigkeit des Samenpotentials der Ackerwildkräuter verloren gehen könnte, hat die Landesjägerschaft Niedersachsen flächenhaft vernetzt wirkungsvoll etwas entgegengesetzt hat, lange, bevor das Land Niedersachsen ein amtliches Ackerwildkraut-Schutzprogramm auflegte. Hier mußten Hemmschwellen abgebaut werden. Das Ackerwildprogramm der Jäger wurde flächendeckend über 5 Landkreise in Ostfriesland über mehrere Jahre durchgezogen. Daneben liefen Einzelprojekte in verschiedenen weiteren Landkreisen. Zum Teil erhielten die mitmachenden Landwirte eine Anerkennungsprämie für evtl. entstandene Nutzungsausfälle, z.T. haben die Landwirte auch völlig unentgeltlich mitgemacht.

Das Land Niedersachsen hatte nach diesem Beispiel dann ein eigenes Ackerrandstreifenprogramm aufgelegt, das allerdings in seiner Intension ein wenig enttäuschend verlief. Es war ausschließlich auf den Erhalt botanischer Raritäten ausgelegt, es lief nur in einer begrenzten Anzahl von Landkreisen und es wies einige bürokratische Hemmschwellen auf, die hätten vermieden werden können. Ein großer Teil der Mittel für dieses Programm ist für die Kontrolleure verbraucht worden.

Die Kritik an diesem Programm setzt an Grundsätzlichem an: Erste Betrachtungsgrundlage für ein Ackerwildprogramm sollte stets die Vergesellschaftung sein. Je verarmter sich dabei eine lokale Organismengemeinschaft gegenüber der potentiell "natürlichen" Gemeinschaft erweist, desto dringender sind Schutzmaßnahmen. Hier muß das Land vernehmlich ansetzen und für mehr Artenvielfalt sorgen, auch wenn das vielleicht teurer ist. Deshalb sind alle Maßnahmen der Extensivierung von noch intensiv bewirtschafteten Acker- und Grünflächen nicht nur förderungswürdig, sondern im höchsten Maße förderungsbedürftig im Sinne des Artenschutzes.

Neuanlage von Teichen und Tümpeln

Eine Daueraufgabe für die Jägerinnen und Jäger Niedersachsens ist die Neuanlage bzw. Pflege von Feuchtgebieten.

Einen kleinen Einblick über diese Arbeit vermitteln die Umfrageergebnisse aus den Jahren 2000 und 2001. In diesen beiden Jahren entstanden neue Wasserflächen auf zusammen 262 ha. 180.000 Euro sind davon aus eigener Tasche von den Jägern investiert worden.

Teiche sind von den Jägern Niedersachsens in den Jahren 2000 und 2001 auf zusammen 141 ha entschlammt worden. Dahinter steckt ein Geldaufwand von 119.000 Euro.

Naturpflegemaßnahmen

Natur muß zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt gepflegt werden. In den Berichtsjahren 2000 und 2001 haben die Jäger in Niedersachsen auf 473 ha Gehölzpflege (Rückschnitt von Hecken, Kopfbäumen, Obstbäumen) vorgenommen.

Damit Wiesen saftig und grün bleiben, benötigen sie eine Pflegemahd. Von den Jägern in Niedersachsen ist dies im Berichtszeitraum auf 3.062 ha geleistet worden mit 14.268 Arbeitsstunden. Der dabei aus eigener Tasche aufgebrachte Geldbetrag betrug 142.000 Euro.

Die Moore und Heiden Niedersachsens wurden von Jägern in den Jahren 2000 und 2001 auf zusammen 480 ha entkusselt und verjüngt, dabei wurden 6.859 Arbeitsstunden aufgebracht.

Beim Bau und der Pflege von Nisthilfen für freilebende Vögel leisteten die Jäger in den Jahren 2000 und 2001 insgesamt 21.959 Arbeitsstunden.

Amphibien und Insekten widmeten sich die Jäger in Niedersachsen mit 1.825 Arbeitsstunden. 2.181 Müllsammelaktionen führten sie durch (37.233 Arbeitsstunden), um die freie Landschaft vom unbedacht abgelagerten Müll zu befreien.

Weitere Maßnahmen

Gezielter Artenschutz für freilebende Tiere durch die Jäger mit z.T. sehr hohem finanziellen und zeitlichen Aufwand erfolgt bei der Fütterung in Notzeiten oder der Bekämpfung von Wildseuchen. Die neuen Möglichkeiten der Tollwutimmunisierung der Füchse wären ohne das Engagement der niedersächsischen Jäger kaum umzusetzen.

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