News-Artikel

Verlängerung der Jagdpachtverträge auf den Ostfriesischen Inseln

Stellungnahme der Inseljäger

Verlängerung der Jagdpachtverträge auf den Ostfriesischen Inseln

Stellungnahme der Inseljäger:

"Für die betroffenen Insulaner und jetzigen Jagdpächter ist die derzeitige öffentliche Diskussion um die Verlängerung der Jagdpachtverträge auf den ostfriesischen Inseln Wangerooge, Langeoog, Baltrum und Norderney nicht nachvollziehbar: Vertragstreue des Landes Niedersachsen – dass ist der zentrale Punkt um den es geht und den die betroffenen Jäger von der Landesregierung erwarten. 

Bereits im Jahr 1986 wurde im Nationalparkgesetz Niedersächsisches Wattenmeer, die Jagd auf den bewohnten ostfriesischen Inseln einvernehmlich mit den Insulanern, den Naturschutzverbänden und der Landesregierung geregelt. Diese Reglungen wurden im Jahr 2001 bei einer Neufassung des Gesetzes unverändert übernommen und nochmals bekräftigt. Die Festschreibung des Jagdrechts der einheimischen Bevölkerung in einem Nationalpark entspricht dabei internationalen Regelungen.

Die jetzt gültigen Jagdpachtverträge weisen bereits jetzt weit über das Nationalparkgesetz hinausgehende Einschränkungen auf:

·         Die Jagdhundeausbildung, die für die Jagdausübung unverzichtbar ist,  wurde stark eingeschränkt

·         Die Jagdzeiten auf Wasserwild wurden um weitere 33 Tage verkürzt

·         Die Anzahl der Gesellschaftsjagden wurde eingeschränkt und auf Flächeneinheiten festgelegt

·         Große Teile der bejagbaren Flächen wurden zu Jagdruhezonen erklärt

·         In der Zwischenzone des Nationalparks wurde die Wasserwildjagd ebenfalls stark eingeschränkt

Für die vor Ort betroffen jagdausübenden Insulaner ist es vollkommen unverständlich, dass in einer öffentlichen Diskussion versucht werden soll, über ihre Köpfe hinweg ihre, ihnen in den Jahren 1986 und 2001  zugesicherten Rechte noch weiter einzuschränken.

Nicht nur im Bereich der Jagd sind die im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer lebenden Menschen seit Jahren Einschränkungen und Angriffen auf ihre Lebensart und Kultur ausgesetzt. Immer mit der Begründung Nationalpark – besondere Schutzverpflichtung – Weltnaturerbe – Vorbildfunktion – internationales Renommee. Was in diesen Diskussionen leider häufig vollkommen fehlt,  ist das Verständnis für die Belange der in einem solchen Nationalpark lebenden Menschen." 

 

Die Landesjägerschaft Niedersachsen steht voll an der Seite der betroffen Inseljäger.