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Junge Seehunde ausgewildert

Die niedersächsische Seehundstation Nationalpark-Haus hat die ersten Jungseehunde der Saison wieder in die freie Wildbahn entlassen.

Die niedersächsische Seehundstation Nationalpark-Haus hat die ersten Jungseehunde der Saison wieder in die freie Wildbahn entlassen. Rund 160 verwaiste Tiere wurden in diesem Jahr in Norden-Norddeich aufgezogen.

(Berlin, 31. August 2018) Für Mitarbeiter der Seehundstation Nationalpark-Haus in Norden-Norddeich hat die schönste Zeit des Jahres begonnen: die Auswilderungsphase. Im August sind die meisten Tiere alt und schwer genug, um die Station zu verlassen. Sobald die ehemaligen Heuler ein Mindestgewicht von 25 Kilogramm erreicht haben, dürfen sie zurück in die Nordsee, erläutert der Deutsche Jagdverband (DJV).

Hubertus, Felix, Molly und Amanda gehören zu den ersten der 160, die es geschafft haben: Nach durchschnittlich 69 Tagen in der Seehundstation konnten sie an der Ostspitze der Insel Juist freigelassen werden. In Schleswig-Holstein wurden im laufenden Jahr bisher 106 junge Seehunde ausgewildert, sie wurden in der Seehundstation Friedrichskoog auf ein Leben im Wattenmeer vorbereitet.

„2018 wurden erneut so viele Tiere eingeliefert wie im vergangenen Jahr. Das dauerhaft gute Wetter und lange Wochenenden zu Beginn des Sommers, haben zahlreiche Erholungssuchende an die Strände und ins Wattenmeer – somit in das Wohn- und Schlafzimmer beziehungsweise die Kinderstube der Seehunde gelockt“, erklärt Dr. Peter Lienau, Leiter der Seehundstation Nationalpark-Haus.

Bei wiederholten Störungen besteht die Gefahr, dass die jungen Robben nicht ausreichend gesäugt werden. Kommt es zu einer dauerhaften Trennung vom Muttertier, spricht man von sogenannten Heulern. Diese Tiere werden von staatlich bestellten Wattenjagdaufsehern, die ehrenamtliche Mitarbeiter der Seehundstation sind, geborgen und in Norddeich aufgezogen.

In der Natur gibt es zu dieser Jahreszeit keine Heuler mehr. Alle Jungseehunde, die jetzt im Wattenmeer unterwegs sind, sind bereits selbstständig und weder auf die Mutter, noch auf menschliche Hilfe angewiesen. Deshalb gilt: Abstand halten, in Ruhe lassen und im Zweifelsfall den Fund der Seehundstation melden (04931-97 333 0). In einem Video zeigt der Deutsche Jagdverband (DJV), wie Wattenjagdaufseher (Niedersachsen) und Seehundjäger (Schleswig-Holstein) Tierschutz betreiben, was die Seehundstationen leisten und gibt Verhaltenstipps für Erholungssuchende.

Die Seehundstation Norddeich wurde 1971 auf Initiative der Norder Jäger Winhold Schumann und Erwin Manninga mit großzügiger Unterstützung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.  gegründet. Seit 1978 wird die Station vom Verein zur Erforschung und Erhaltung des Seehundes e.V. betrieben. Die Landesjägerschaft Niedersachsen und die Jägerschaft Norden sind Mitglieder des Vereins, der sich ausschließlich aus Eintrittsgeldern und Spenden finanziert. Bis heute unterstützen niedersächsische Jäger die Arbeit der Seehundstation z.B. als speziell ausgebildete Wattenjagdaufseher, bei den jährlich stattfindenden Zählflügen oder weiteren Projekten. Die Station leistet wertvollen Beitrag zum Tier- und Wildtierschutz. Sie ist zuständig für das gesamte Niedersächsische Wattenmeer, das als Nationalpark, Biosphärenreservat und Weltnaturerbe besonderen Schutz genießt.

Mehr zu diesem Thema lesen sie in einer ausführlichen Reportage im Niedersächsischen Jäger 19/2018.