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Bundesweit steigt die Anzahl der Jagdscheininhaber

Im Norden gibt es deutlich mehr Jäger als im bundesweiten Durchschnitt. Bei der Zahl der erfolgreich abgelegten Jagdprüfungen liegt Niedersachsen bundesweit auf Platz 1.

Berlin/Hannover 28.01.2018 (dpa) - Im Norden gibt es deutlich mehr Jäger als im bundesweiten Durchschnitt. So besitzt in Mecklenburg-Vorpommern jeder 124. Bürger nach Angaben des Deutschen Jagdverbands (DJV) einen Jagdschein, das ist deutscher Rekord. Der Nordosten verdrängte damit Schleswig-Holstein vom Spitzenplatz. Dort liegt das Verhältnis bei 1 zu 126, in Niedersachsen kommt ein Jäger auf 132 Einwohner. Der Bundesschnitt liegt bei 1 zu 214.

Bundesweit stieg die Zahl der Jäger auf ein Rekordhoch. In der Jagdsaison 2016/17 zählte der Deutsche Jagdverband bundesweit fast 384 000 Jäger, rund 2000 mehr als in der Vorsaison. Der Frauenanteil liege bei sieben Prozent. Der Trend zum Jagdschein hält jetzt schon seit der Wiedervereinigung an. Seit 1990 stieg die Jägerschaft damit fast um ein Viertel an, wie ein DJV-Sprecher in Berlin mitteilte.

Bei der Zahl der abgelegten Jagdprüfungen liegt Niedersachsen bundesweit auf Platz eins. Dort legten im vergangenen Jahr 4087 angehende Weidmänner und -frauen ihre Prüfung für den Jagdschein ab, 3428 von ihnen erfolgreich. In den Jägerkursen sind laut DJV bereits etwa 24 Prozent der Anwärter weiblich, ein Fünftel mehr als noch sieben Jahre zuvor.

Der DJV hat 2350 angehende Jäger und Jägerinnen im vergangenen Jahr nach ihren Motiven für die Ausbildung befragt. Drei Viertel von ihnen gaben Naturverbundenheit an. Auf jeweils rund 50 Prozent kamen angewandter Naturschutz, praktische Jagdausübung und der Genuss von Wildfleisch. Für jeden fünften Befragten war Familientradition ein Grund, die nicht eben einfache Prüfung anzugehen. Ähnlich viel lockte die Ausbildung eines Jagdhundes. Sechs Prozent nannten ein Interesse an Waffen als Motiv, bei fünf Prozent war es wichtig für den Beruf.

Zu den Voraussetzungen für einen Jagdschein gehören außer der bestandenen Prüfung auch die persönliche Eignung und die mit einem einwandfreien polizeilichen Führungszeugnis nachzuweisende Zuverlässigkeit. Wer das «Grüne Abitur» machen will, muss sich in vielen Bereichen auskennen. Dazu gehören außer Naturschutz und Tierkunde etwa auch Landwirtschaft und Waldbau, Jagd- und Waffenrecht. Auch Hundekunde sowie die Behandlung des erlegten Wildes und Wissen über seine Krankheiten sind Thema. Kurse bieten die Landesjagdverbände und private Schulen an. Die staatliche Prüfung besteht meist aus einer Schießprüfung, einer mündlich-praktischen und einer schriftlich-theoretischen Prüfung.