Informationen zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Quele: Rolfes/DJV

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist derzeit ein viel diskutiertes Thema. Bisher, und dies gilt es sich auch bewusst zu machen, ist die ASP noch nicht in Niedersachsen oder Deutschland angekommen.  Die veterinärmedizinischen Experten fragen allerdings weniger ob die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch nach Deutschland kommen wird, sondern eher wann. Fest steht gleichermaßen, dass das größte Risiko für die Einschleppung der Tierseuche der Mensch bzw. menschliches Fehlverhalten ist – der Transitverkehr und/oder durch von Reisenden aus baltischen Ländern oder Polen mitgebrachte und in der Umwelt entsorgte Reste kontaminierter Lebensmittel sind die Hauptrisikofaktoren.

Hier ist die Politik gefordert. Politik und Behörden müssen über die jeweiligen berufsständischen Organisationen und Interessensvertretungen gezielt Aufklärungsarbeit betreiben. Insbesondere der Transitrouten müssen in den Fokus praktischer seuchenpräventiver Maßnahmen rücken: An Park- und Rastplätzen müssen nicht nur Müllbehälter vorhanden sein, sondern diese müssen regelmäßig geleert werden und so beschaffen sein, dass nach Nahrung suchende Wildschweine sie nicht umstoßen oder an deren Inhalt gelangen können. Die internationalen Aufklärungskampagnen über Flyer und Plakate bspw. an Autobahnraststätten müssen bundesweit intensiviert werden. Ebenso bedeutsam ist es, Saisonarbeitskräfte die nach Deutschland einreisen über die notwendigen seuchenhygienischen Vorgaben zu informieren.

Bereits seit den Seuchenzügen der Klassischen Schweinepest (KSP) beteiligen sich die Jägerinnen und Jäger intensiv an Präventionsmaßnahmen – sei es durch die intensive Bejagung des Schwarzwildes, durch flankierende Monitoringmaßnahmen und Beprobung von Fallwild sowie durch stete Weitergabe von Informationen und Umsetzung der empfohlenen  seuchenhygienischen Vorschriften. Im Jagdjahr 2016/2017 gab es mit über 56.000 Wildschweinen die zweithöchste Jagdstrecke in Niedersachsen seit Beginn der Erfassung. Unrealistisch und wenig zielführend sind hingegen pauschale Forderungen nach einer Absenkung der Wildschweinbestände um 70 Prozent. Die Zahl beruht ausschließlich auf mathematischen Modellen – ohne Bezugsrahmen –  und in der Praxis mit jagdlichen Mitteln nicht zu erzielen.

Das Phänomen der europaweit wachsenden Bestände ist den milden Winter und der hochenergiereichen Nahrung in der Agrarkulturlandschaft geschuldet. Der Tisch für den Allesfresser Wildschwein in Wald und Feld ist das ganze Jahr über reich gedeckt - von der Rapsblüte im April bis zur letzten Maisernte Mitte November. Es müssen also Bedingungen  geschaffen werden, die die Jagdausübung erleichtern: das Anlegen von Bejagungsschneisen im Frühjahr - in Feldkulturen wie z.B. Raps, Mais, Weizen ist hierbei von eminenter Bedeutung.

Aus jagdlicher Sicht ist ein wichtiges Instrument zur Reduzierung der Wildschweinbestände großflächig angelegte, revierübergreifende Drückjagden. Auch Kommunen und Landkreise können hier unterstützen – beispielsweise durch Hilfestellungen bei der Verkehrssicherung für Bewegungsjagden (weniger Bürokratie, Kostenübernahme und Personal).

Parallel zu der bereits vor Jahren eingerichteten Sachverständigengruppe ASP,  beteiligt sich die Landesjägerschaft  auch im Rahmen einer Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den zuständigen Abteilungen des Landwirtschaftsministeriums intensiv, um Möglichkeiten und Maßnahmen zu eruieren, wie die Jägerschaft bei der Seuchenprävention noch stärker eingebunden werden kann. Ergänzend zu den bereits erarbeiteten Ergebnissen der Sachverständigengruppe ASP, kann dies auch Aspekte umfassen, zeitnah gemeinsame Strategien über die jagdlichen Belange und Instrumente der Schwarzwildbejagung festzulegen.

Dem Auftrag der intensiven Bejagung und Minimierung des seuchenhygienischen Risikos werden die Jäger nachkommen. Gleichzeitig gilt es aber auch zu betonen, dass alle Akteure ihren Beitrag leisten müssen. Wir Jäger können und werden helfen das Ausbreitungsrisiko zu minimieren, wir sind aber nicht diejenigen, in deren Macht es liegt, denn die intensive Bejagung der Wildschweine allein – auch da sind sich die Experten einig – wird in Anbetracht des Hauptrisikofaktors Mensch ein Ausbrechen der ASP nicht verhindern werden können.

Gemeinsame Empfehlungen für Landwirte und Jäger

Gemeinsam haben Landvolk Niedersachsen und Landesjägerschaft Niedersachsen ein Merkblatt für ASP-Präventionsmaßnahmen für ihre Mitglieder erstellt.

Download des gemeinsame Merkblatts von Landesjägerschaft und Landvolk

Schonzeitaufhebung beim Schwarzwild: Verordnung zur Änderung der Schweinepest-Verordnung und der Verordnung über die Jagdzeiten/Muttertierschutz bleibt unberührt

Durch die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt, ausgegeben am 13.03.2018, ist mit Wirkung vom 14.03.2018 auch in Niedersachsen die Schonzeit für das Schwarzwild aufgehoben worden. Unberührt hiervon bleibt nach wie vor die Elterntierregelung (Muttertierschutz) nach Paragraph 22 Abs. 4 Bundesjagdgesetz.  

Die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt zur Änderung der Schweinepest-Verordnung und die Änderung der Verordnung über die Jagdzeiten finden Sie hier:

Link zur Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt "Verordnung zur Änderung der Schweinepest-Verordnung und der Verordnung über die Jagdzeiten"

Links zu wichtigen Behörden/Instituten