News-Artikel

Monitoringuntersuchungen des Schwarzwildes auf Afrikanische Schweinepest 2018

Das Monitoring auf Schweinepest (Klassische Schweinepest, Afrikanische Schweinepest, Aujeszkysche Krankheit erfolgt seit vielen Jahren und wird auch in diesem Jahr weiter geführt.

Angesichts der Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest hat der Landkreis Osnabrück jedoch ein paar Änderungen vorgenommen, die einer verbesserten Früherkennung der Seuche im Schwarzwildbestand dienen.

Daher möchte ich Sie mit diesem Schreiben über die wesentlichen Änderungen informieren und ergänzend einige Hinweise geben:

 

Blutproben-/Schweißmonitoring:

·         Das Blutprobenmonitoring läuft zunächst wie in den Vorjahren ohne Einschränkungen an; optimal ist eine gute Verteilung der Proben über die Reviere und das Jahr. Bis auf weiteres werden von allen im Gebiet von Stadt und Landkreis erlegten Wildschweinen Blutproben angenommen. Es sind also alle Jagdausübungsberechtigte herzlich eingeladen, sich am Blutprobenmonitoring zu beteiligen. Der Aufwand wird in Form einer Prämie in Höhe von 5 € pro Blutprobe honoriert (Verrechnung mit der Gebühr für die Untersuchung auf Trichinen).

·         Bitte achten Sie darauf, dass die Zuordnung der Schweißprobe/Blutprobe zu dem erlegten Stück eindeutig ist (Wildmarkennummer). Im Falle auffälliger Befunde werden weitere Proben von dem erlegten Stück amtlich entnommen und untersucht.

·         In einer Arbeitsgruppe aus Jägerschaft, Unterer Jagdbehörde und Veterinärdienst werden „Risikoreviere“, z.B. entlang von Rastplätzen der Fernstraßen, identifiziert und von den dort erlegten Wildschwein eine besonders intensive Beprobung erbeten. Die jeweiligen Jagdausübungsberechtigten werden dann noch gesondert darauf angesprochen werden.

 

Monitoring bei verendeten Schweinen / Kadavermonitoring:

Insbesondere verendete Wildschweine sind für die Untersuchung auf die Schweinepest interessant, da die meisten infizierten Wildschweine einige Tage nach der Infektion sterben. Wenn also die Seuche bei uns eingeschleppt werden sollte, können wir das zuerst an den verendeten Schweinen erkennen. Im Seuchenfall kommt es darauf an, dass wir die Seuche möglichst früh nach der Einschleppung erkennen können. Eine Besonderheit bei der Afrikanischen Schweinepest ist, dass der Erreger in dem Kadaver über viele Monate infektiös bleiben kann (bis über ein Jahr hinaus).

·         Beim Kadavermonitoring werden die Prämien in Höhe von 50 € nur an Jagdausübungsberechtigte ausgezahlt; es ist wichtig, dass die Jagdausübungsberechtigten wissen, was in ihren Revieren los ist. Wenn sie beim Auffinden der Kadaver von anderen Personen unterstützt werden, ist es natürlich zulässig, dass sie die Prämie an die Finder weitergeben.

·         Es sollte so sein, dass sich in jedem Revier jemand findet, der die Tierfund-App bedienen kann; darüber ist es nämlich am einfachsten, den Fundort sehr genau zu beschreiben. Die Anwendung/Nutzung der Tierfund-App muss nicht vom Jagdausübungsberechtigten persönlich erfolgen, er/sie kann auch die Hilfe anderer nutzen.

 

Angabe des Erlegungsortes / Fundortes

·         Es ist von enormer Bedeutung, dass korrekte Angaben zum Erlegungsort der Schweine gemacht werden; dies gilt sowohl für die Trichinenuntersuchung als auch für die Untersuchung der Stücke auf die Schweinepest. / Bitte weisen Sie in Ihren Reihen darauf hin, dass auf den Wildursprungsscheinen genaue Angaben gemacht werden und diese Angaben auch durch Unterschrift bestätigt werden. Dies gilt auch für die zugehörige Schweißprobe/Blutprobe. Es muss auf jeden Fall vermieden werden, dass Proben von Wildschweinen, die aus Revieren außerhalb des Gebietes von Stadt und Landkreis Osnabrück stammen, als Proben von „Osnabrücker Schweinen“ ausgewiesen werden. Die Folgen einer falschen Zuordnung (Scheinbarer Ausbruch der Seuche in Osnabrück, obwohl das Schwein im „Osten“ erlegt wurde) wären verheerend. Insofern kommt den Jägern und amtlich beauftragten Probennehmern eine hohe Verantwortung zu. Wir wollen die Seuche so schnell wie möglich erkennen, wenn sie bei uns auftritt; aber wir wollen auf keinen Fall Schweißproben von „auswärtigen“ Schweinen untergeschoben bekommen.

·         Wir untersuchen auch weiterhin Trichinenproben aus Revieren außerhalb des Landkreises Osnabrück; aber von diesen „auswärtigen Schweinen“ werden hier keine Schweißproben auf Schweinepest untersucht.

 

Bitte/Hinweis zur Seuchenvorsorge

·         Von größter Bedeutung ist, dass niemand Abfälle von Wildschweinen aus fremden Revieren (Schwarten usw.) in hiesige Reviere bringt, z.B. auf den Luderplatz. Gerade über Wildbret/Aufbruch/Schwarten und sonstiges Tiermaterial von Wildschwein kann das Virus der Afrikanischen Schweinepest übertragen werden. Daher niemals „Fremdmaterial“ im hiesigen Revier entsorgen. Die Abfälle gehören entweder in die Graue Tonne (Hausmüll) oder in die Tierkörperbeseitigungsanstalt.

·         Aufbruch von Schwarzwild darf weiter im Revier verbleiben, in dem das Stück erlegt wurde. Wenn also jemand in seinem Osnabrücker Revier ein Stück Schwarzwild streckt, darf er den Aufbruch vor Ort auch belassen oder zum Luderplatz in seinem Revier bringen.

·         Insbesondere wenn in „auswärtigen Revieren“, vor allem im Ausland gejagt wird, muss alles, was mit Tierseuchenerregern behaftet sein kann, gründlich gereinigt werden. Der Erreger kann in Schweiß, Wildbret, anderen Tierkörperteilen und Ausscheidungen enthalten sein. Verschmutztes Gerät und verschmutze Kleidung daher bitte vorher gründlich reinigen, bevor der Heimweg angetreten wird oder ein anderes Revier aufgesucht wird.

 

Vorträge zur Afrikanischen Schweinepest

·         Falls der Wunsch besteht, dass jemand vom Veterinärdienst im Rahmen der jetzt anstehenden Versammlungen der Jägerschaften und Hegeringe einen Vortrag zur Afrikanischen Schweinepest mit den wesentlichen Informationen (was ist das Besondere an der Afrikanischen Schweinepest, worauf sollten Jäger achten, wie können Jäger bei der Vorsorge und Bekämpfung der Seuche helfen?), dann wenden Sie sich bitte mit Anfragen an den Veterinärdienst (veterinaerdienst(at)lkos.de). 

Weitere Kommunikation

Mit der Unteren Jagdbehörde des Landkreises und Kreisjägermeister Meyer Lührmann habe ich mich bereits abgestimmt, dass wir im Rahmen einer Arbeitsgruppe die anstehenden Vorbereitungen in Sachen Afrikanischer Schweinepest gemeinsam treffen/abstimmen.

Falls seitens der Jägerschaft der Stadt Osnabrück oder der Untereren Jagdbehörde der Stadt ebenfalls Interesse besteht, bitte ich Sie, Herrn Lambrecht, und Sie Frau Dr. Solf, um einen Hinweis. Wir könnten uns dazu gerne auch vorab telefonisch austauschen. Ich möchte ohnehin in den nächsten Tagen mit Ihnen telefonisch Kontakt aufnehmen.

 

Ich werde Sie in den kommenden Wochen und Monaten mit weiteren Informationen versorgen; die weitere Entwicklung zur Vorbeugung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sind in vollem Gange.

Falls Sie einverstanden sind werde ich mich künftig vorab mit Ihnen austauschen/abstimmen, wenn weitere Informationen für die hiesigen Jägerschaften erarbeitet werden.

Es wäre schön, wenn Sie dann jeweils die Informationen an die Hegeringe und Jagdausübungsberechtigten im Gebiet von Landkreis und Stadt Osnabrück weiterleiten würden.

 

Ich hoffe, dass wir von der Seuche verschont bleiben; zugleich ist es wichtig, dass wir gut vorbereitet ist, denn im Fall des Falles wird die Seuche im Bereich der Landwirtschaft/Fleischwirtschaft zu erheblichen Schäden führen, die es zu verhindern bzw. zu minimieren gilt.

Ich bedanke mich für die bisherige gute Zusammenarbeit und freue mich auf die weiteren gemeinsamen Aktivitäten zum Wohle der Allgemeinheit.

 

Mit freundlichem Gruß,
Im Auftrag
Dr. Jörg Fritzemeier

 

Landkreis Osnabrück

Veterinärdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück
Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück

Telefon: 0541 501-2185
Fax: 0541 501-62185

Sekretariat:
E-Mail: veterinaerdienst(at)landkreis-osnabrueck.de
Telefon: 0541 501-2183
FAX: 0541 501-4416

Anlagen:
- Infoblatt ASP-KSP-Monitoring Wildschweine 2018
- Anleitung Eingabe Tierfund-App
- Antrag Fundprämie Wildschweine-Kadaver