Unter dem Motto „Stadt, Land, Jagd!” kamen rund 90 Gäste im Autohaus Nagel zusammen, das die regionale Jagdgemeinschaft seit vielen Jahren unterstützt. Die Atmosphäre war geprägt von fachlichem Austausch, aktuellen jagdpolitischen Themen und einem besonderen musikalischen Höhepunkt.
Aktuelles aus der Jagdpraxis
Frank Frintrop eröffnete den Abend mit einem Blick auf die kommunale Ebene beim Umgang mit gefangenen Katzen – ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt und rechtliche wie praktische Fragen aufwirft.
Anschließend stellte er die aktuellen Projekte aus dem Bereich Lernort Natur vor. Es bringt Kindern und Jugendlichen die heimische Tierwelt näher und vermittelt die Bedeutung nachhaltiger Jagd. Die Gruppe sucht dringend weitere personelle Unterstützung, um die zahlreichen Projekttage durchführen zu können.
Schulung zum Wolfsmanagement in Niedersachsen
Martin Thieme-Hack gab einen fundierten Überblick über die Schulung der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN), insbesondere mit Blick auf das Wolfsmanagement. Die Entwicklungen in Niedersachsen zeigen, wie wichtig gut ausgebildete Jägerinnen und Jäger für Monitoring, Prävention und Konfliktlösung sind.
Fachvortrag: Wirkung bleifreier Munition und moderne Nachsuche
Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Guido Erben von der Arbeitsgemeinschaft Nachsuche. Er beleuchtete die Wirkung bleifreier Munition im praktischen Jagdbetrieb, sowie die aktuellen Entwicklungen in der Nachsuche bei zunehmender Nutzung der Wärmebildtechnik.
Seine Kernaussagen:
Vergleichbarkeit von Geschossen im Jagdbetrieb ist entscheidend – nur so lassen sich waidgerechte Entscheidungen treffen.
Sichere Handhabung von Waffe, Munition und Optik bleibt die Grundlage jeder verantwortungsvollen Jagd.
Die passende Auswahl von Waffe und Munition muss die tatsächliche Leistung berücksichtigen, d. h. Geschwindigkeit, Ansprechen im Wildkörper und deutliche Funktionsunterschiede bei verschiedenen Lauflängen.
Wärmebildtechnik verändert die jagdliche Wahrnehmung:
Sie verleitet zu größeren Schussdistanzen und Mehrfachabschüssen
Die entscheidende Frage lautet: „Hätte man auch bei Tag geschossen?”
Denn wir schießen nicht auf eine reale Situation, sondern auf eine Videoabbildung. → Das erhöht die Verantwortung, jeden Schuss besonders sorgfältig abzuwägen.
Der Vortrag bot den Gästen eine differenzierte und praxisnahe Betrachtung der modernen Jagdtechnik mit klarer Betonung der Waidgerechtigkeit.
Musikalische Premiere der Jagdhornbläser
Für einen besonderen Moment sorgten das Jagdbläserkorps Osnabrück e.V. und die Bläsergruppe Musenberg-Wellendorf, die an diesem Abend zum ersten Mal gemeinsam auftraten. Das Publikum honorierte die Premiere mit viel Applaus und unterstrich damit den Gemeinschaftsgedanken des Abends.
( Text/Fotos: M. Aschmann )
