News-Artikel

Das Reh ist Wildtier des Jahres 2019

Das Reh als kleinste Hirschart Europas hat sich perfekt an den Menschen angepasst. Es ist ein Kulturfolger und kommt von den Küsten bis zu den Alpen selbst in den Randlagen von Großstädten vor.

Im Winter bilden die Rehe aus Sicherheitsgründen größere Gruppen, sogenannte „Sprünge“, die bis etwa Ende März auf Feldern und Wiesen gesichtet werden können.

Da Rehe standorttreu sind und territorial leben und im Frühjahr wieder als Einzelgänger unterwegs sind, werden die 1-jährigen Rehböcke vertrieben und müssen sich ihren eigenen Lebensraum suchen. Dies ist ein Grund für die erhöhte Wildunfallgefahr im Frühjahr. Bei über 80% aller Wildunfälle mit großen Wildtieren ist das Rehwild beteiligt.

Im Mai kommen die Rehkitze zur Welt. Da die Paarung schon im Spätsommer stattfindet, liegt hier eine Besonderheit vor. Damit die Kitze nicht im Winter geboren werden, fällt das befruchtete Ei in die sogenannte „Eiruhe“ in der keine Entwicklung stattfindet.

Am 31. März werden die Uhren umgestellt, so dass der Berufsverkehr wieder in die Dämmerung fällt. Wildtiere werden aber mit zunehmender Tageslänge aktiver und insbesondere das Rehwild ist vermehrt auf Futter- und Reviersuche . Die Hauptaktivität der Rehe liegt in der Morgen- und Abenddämmerung.

Im Jagdjahr vom 01. April 2017 bis zum 31. März 2018 ereigneten sich bundesweit 191.590 Verkehrsunfälle mit Rehen. Im Landkreis Northeim gab es im vergangenen Jahr 327 Unfälle mit Rehwild, wie aus dem neuesten Bericht des Kreisjägermeisters hervorgeht.

Die Jägerschaft Northeim bittet daher alle Verkehrsteilnehmer in den Dämmerungszeiten besonders aufmerksam und umsichtig zu fahren. Besondere Vorsicht sollte man auf Straßen walten lassen, an denen durch Beschilderung, aber auch durch die roten und blauen Wildwarnreflektoren eine erhöhte Gefährdung erkennbar ist.

Ist ein Zusammenprall unvermeidlich, wird empfohlen abzublenden, zu hupen und zu bremsen. Allerdings sollte man nicht versuchen auszuweichen, da dadurch das Unfallrisiko noch erhöht wird. Bei einem Zusammenstoß sollte man die Warnblinkanlage einschalten, den Unfallort absichern und die Polizei verständigen.