News-Artikel

Dem Stöberhai den Marsch geblasen

Alljährlicher Ausflug der Bläserinnen und Bläser des Hegerings Bispingen

 

An einem Freitagvormittag Ende September traten 11 Bläserinnen und Bläser des Hegerings Bispingen ihren alljährlichen Wochenendausflug in Richtung Süden; genauer gesagt nach Bad Sachsa in den Harz, an.

Auf dem Hinweg gab es einen kleinen Zwischenstopp bei Herzberg mit einem leckeren Picknick bei herrlichstem Wetter. Außerdem begab man sich auf die Spuren des Einhorns in die Einhornhöhle. Die Einhornhöhle ist heute die größte begehbare Höhle des Westharzes. Die Höhle hat eine Gesamt-Ganglänge von fast 700 m, die Länge der Hauptstrecke (Führungsweg) beträgt knapp 300 m.  

Jahrhunderte lang wurde die Höhle von Knochensammlern aufgesucht. Schon 1583 wurde über das Graben nach "Einhörnern" berichtet. Die Höhle erwies sich als ergiebige Fundstelle für das als Medizin und Heilmittel begehrte Einhorn. Aber bereits im 17. Jahrhundert wurde erkannt, dass es sich bei den Knochenfunden um fossile Reste von Großsäugetieren, vor allem dem Höhlenbären, nicht aber um das sagenumwobene Einhorn handelt. Das Fabeltier, das es leibhaftig niemals gegeben hat, war dennoch namengebend für diese Höhle. 

Neben den Einhorngräbern wurde die Höhle aber bereits seit geraumer Zeit von Geowissenschaftlern und Forschern aufgesucht, so bereits von den Universalgelehrten Leibniz (1686) und Goethe (1784).

In Bad Sachsa angekommen, residierte die Bläsergruppe im Waldschlösschen. Abends wurde zu einem Restaurant namens „Stöberhai“ gewandert. Von hier aus sollte man einen einzigartigen Blick auf eine Wildtierfütterung haben. Schon beim Erscheinen des ersten Stückes Rotwild war die Stimmung bestens. Als dann das zweite und dritte Stück auf der Bildfläche erschienen, waren alle aus dem Häuschen. Nachher waren es ca. 30 Tiere, unter denen sich die Hirsche röhrten und kleine Gefechte lieferten. Füchse und Wildschweine tauchten auf, doch plötzlich verschwanden alle Tiere. Was passierte hier? Spannung lag in der Luft! Eine Horde Waschbären tauchte auf – damit hatte keiner gerechnet. Zum Abschied wurden auf der Terrasse des Stöberhais, auf Wunsch des Gastwirtes, noch einige Märsche geblasen.

Am nächsten Morgen ging es zeitig los zur Wanderung auf den Brocken. Fast alle wanderten, einige fuhren mit der Dampfeisenbahn, was auch ein Erlebnis war. Ein trauriges Bild gaben die vielen toten Bäume, ganze Flächen an Fichten, die dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen waren, ab. Da es sich um einen Nationalpark handelt, wird hier von der Forstwirtschaft nicht eingegriffen und der Wald seinem Schicksal überlassen. 

Auf dem Brocken angekommen, wurden die Hörner gezückt und ein wenig musiziert. In kürzester Zeit hatte sich eine riesige Menschenmenge um die Bläser versammelt, die am Ende lauthals applaudierte. Das war ein tolles Erlebnis! Die Sicht vom Brocken soll an diesem Tag besonders gut gewesen sein. Abends wurde bei guter Laune im Restaurant SAXA gespeist. In der Unterkunft ließ man bei einem Gläschen Wein den Abend gemütlich ausklingen.

Sonntag ging es wieder zurück in Richtung Lüneburger Heide. Auf der Rücktour wurde noch das Kloster Walkenried besichtigt. Es ist eine ehemalige Zisterzienserabtei, gelegen am Südrand des Harzes nahe dem Dreiländereck Niedersachsen – Sachsen-Anhalt – Thüringen. Der Gebäudekomplex umfasst die Ruine der Klosterkirche sowie das größtenteils erhaltene gotische Klausurgebäude. Gegründet wurde es bereits 1127. Heutzutage beinhaltet es ein sehr interessant konzipiertes Museum. Abschließend wurde der Rabensteiner Stollen besucht. Mit dem Gruppenzug „Rabenstein-Express“ beginnt die Erlebnisfahrt in eine einzigartige Welt unter Tage.

Am Untertagebahnhof angekommen, führt der weitere Weg in die Abbaubereiche der ehemaligen Steinkohlenzeche. Man sieht die letzten Reste der Steinkohle, interessante Fossilienoriginale Arbeitsorte, ausgekohlte Flözbereiche und zahlreiche Abbaustrecken, die oft nur 60 cm hoch sind. Es kommen Maschinen zum Einsatz und man beginnt zu ahnen, welche Entbehrungen es gekostet haben mag, dem Berg ein wenig Steinkohle abzuringen. Arbeitsbedingungen, wie sie heute kaum noch vorstellbar sind.

Es war ein wunderschönes Wochenende mit Wiederholungspotenzial!

 

                                                                                                                               Karen Cohrs