Jäger sind nicht nur Natur- und Artenschützer

Warum die Öffentlichkeitsarbeit über den Ruf der Jäger entscheidet

Sie machen die Öffentlichkeitsarbeit in den Hegeringen und der Jägerschaft

Trotz Kälte und wenig Anblick war es ein guter Nachmittag

Anfang dieses Jahres fand die alljährliche Ansitzjagd auf dem Tütsberg bei Schneverdingen mit einem anschließenden, gemeinsamen Essen aller Obleute für die Öffentlichkeitsarbeit im „Hotel Hof Tütsberg“ statt.

Der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit der Jägerschaft Soltau, Hans-Ulrich Kruse, organisierte diese Veranstaltung. Er begleitete mich zum Ansitz, bei dem uns lediglich eine Ricke mit ihrem Kitz während der Anpirschens begegneten, die aber nach kurzer Zeit wieder absprangen. An diesem kühlen Tage blieb dies unsere einzige Begegnung mit Wild. Trotzdem ist mir dieser Nachmittag als ein sehr angenehmer und ruhiger in Erinnerung.

Das anschließende Treffen der Hegeringvertreter für Öffentlichkeitsarbeit fand im gemütlich und freundlich eingerichteten Restaurant „Hotel Hof Tütsberg“ statt. Nach einer warmen Speise aus der Region berichteten die Obleute jedes Hegeringes über ihr Jagdjahr und dessen Highlights sowie über für das nächste Jagdjahr geplante Aktionen.

Als ausgebildete und anerkannte Naturschützer hegen, pflegen und erhalten Jägerinnen und Jäger aktiv die Natur der Wildtiere, indem sie Wildbestände reduzieren, um ein Gleichgewicht der Arten zu garantieren, um schwerkrankes Wild zu erlösen und um unkontrollierte Verbissschäden in der  Land- und Forstwirtschaft zu verhindern. Früher einmal wurden die Wildbestände willkürlich durch Raubtiere reguliert – heute dagegen kontrollierter durch den Menschen als Jäger. Dabei ist die Beachtung des Tier- und Artenschutzes der zentrale Aspekt ihrer Arbeit und daher stets Grundvoraussetzung ihres Handelns.

Doch  Jäger bemühen sich um viel mehr als nur um ihre bekannten Aufgaben in Jagd und Hege.

Beispielsweise erhielt der Hegering Heber positive und begeisterte Rückmeldungen über seine Präsenz beim Walderntedank in Ehrhorn. Das „Wild auf Wild“ Essen des Hegerings Neuenkirchen am Schäferhof besuchten rund 300 Gäste. Der Hegering Bispingen veranstaltete den bereits seit 20 Jahren stattfindenden Grünen Ball in Behringen mit mehreren Vereinen.

Der Hegering Munster unterstützte die Munsteraner Tafel mit einer Spende von rund 300 Euro   und der Hegering Soltau-West veranstaltete eine jagdlich-historische Sommer-Tour-Wanderung durch den Böhme Wald bis Ahlften. Die Ferienspaßaktion des Hegeringes Wietzendorf mit ca. 40 Kindern wurde wieder einmal mit Begeisterung aufgenommen und wird daher auch in diesem Jahr stattfinden.

Auch für 2019 sind mittlerweile zahlreiche Aktionen, die nicht unmittelbar etwas mit der Jagd zu tun haben, in Planung:

•     „Walderntedank in Ehrhorn“ (Hegering Heber)

•     „Wild auf Wild“ am 28. Juni (Hegering Neuenkirchen)

•     „Grüner Ball“ und „Jägerabend“ in Bispingen/Behringen (Hegering Bispingen)

•     „Aus der Decke – auf den Grill“ (Hegering Munster)

Zudem wird versucht, Schulen zu Veranstaltungen einzuladen, um den Kindern die Natur und die Wildtiere näher zu bringen.

All diese Veranstaltungen zeigen, dass Jägerinnen und Jäger heute deutlich mehr sind, als nur „Jäger“. Sie veranstalten, unterstützten und beteiligen sich mittlerweile bei sehr vielen Aktionen, die nicht unmittelbar etwas mit der traditionellen Jagd zu tun haben. Jäger kümmern sich um das Große und Ganze. Doch um dieses ehrenamtliche Engagement auch bei Nichtjägern bekannt zu machen, muss zunächst über ihr Handeln berichtet werden.

 

„Tue Gutes und rede darüber“ wurde aus verschiedensten Gründen in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt – als Folge daraus entwickelten sich kritische Bewegungen innerhalb der Gesellschaft, die weder der Jagd noch den Jägern als Menschen positiv gegenüber stehen.

Daher sollte die Öffentlichkeitsarbeit gefördert werden, um deutlich zu machen, was für einen wichtigen Bestandteil die Jägerinnen und Jäger sowohl im ökologischen Kreislauf als auch innerhalb der Gesellschaft bilden. Es gibt absolut keinen Grund, ihre Verdienste vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Da trotz aller Öffentlichkeitsarbeit das Image der Jagd vom Verhalten jedes einzelnen Jägers und jeder einzelnen Jägerin abhängt, ist auch jede Person, die dem Waidwerk nachgeht, gefordert, ein positives Bild abzugeben.

Ein großes Dankeschön geht somit an die engagierten Mitglieder der Jägerschaft, die mit ihrer Arbeit in die Öffentlichkeit gehen und über die Tätigkeit der Jäger aufklären und besonders an Moritz Groothoff vom Forstamt Wehlen-Scharrel, der uns den Ansitz auf den Tütsberg ermöglichte.

 

Mariana Warnke