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Hitze, Trockenheit und Waldbrandgefahr

Wie die Tierwelt mit diesen schon hochsommerlichen Temperaturen umgeht

Die schon hochsommerliche Hitze jetzt Ende Mai und ausbleibender Regen machen nicht nur der Landwirtschaft zu schaffen. Bei Temperaturen an der 30°C-Marke suchen auch Mensch und Tier in der Regel die Abkühlung. Die Trockenheit schadet momentan dem Wachstum der Nutzpflanzen, die aufgrund der Nässe im vergangenem Herbst und zu Jahresbeginn ohnehin vielerorts verspätet in den Boden gebracht werden konnten. Betroffen sind vor allem Kartoffeln und Wintergerste auf den vorwiegend leichten und sandigen Böden im Landkreis.

Während die Landwirte, um spätere Ertragseinbußen zu verhindern, bereits seit Tagen ihre Kulturen beregnen, gönnt sich der Mensch ein kühles Bad, etwas öfter eine Pause im Schatten oder die Erfrischung mit einem Kaltgetränk. Wie aber kommt unsere Tierwelt mit diesen Temperaturen zurecht? Sie hat im Laufe der Evolution eigene Strategien entwickelt, die ihr ein Überleben in größeren Hitzeperioden ermöglichen.

Die Phasen der größten Aktivität unserer Wildtiere liegt jetzt in den etwas kühleren Morgen- und Abendstunden, so dass sie für den Naturbeobachter beinahe unsichtbar erscheinen. Wer von der heimischen Tierwelt kann, verbringt die Zeit der größten Hitze in Deckung, an einem schattigen oder luftigen Platz und verbraucht dadurch weniger Flüssigkeit. Dies kann bei Fuchs und Kanin der kühle Bau unter der Erde, für Taube Krähe und Co., ein Platz in luftiger Höhe oder wie bei Fasan und Rebhuhn, die schattige Hecke sein.

Während wir Menschen unseren Körper über die Verdunstung von Schweiß kühlen, den wir in speziellen Hautdrüsen produzieren und anschließend an die Umgebung abgeben, verfügt unser heimisches Wild i.d.R. nicht über diese Möglichkeit der Kühlung. Ihm bleibt als Ersatz nur das sogenannte Hecheln, bei dem die Atemluft Feuchtigkeit und Wärme in die Umgebung abgibt und so dem Körper Kühlung verschafft. Einige Wildarten verfügen über eine zusätzliche „Klimaanlage“, indem sie, wie der Feldhase, über stärker durchblutete Bereiche des Körpers, wie z.B. die Ohren, im jagdlichen Sprachgebrauch auch Löffel genannt, Körperwärme an die Umgebung abgeben oder wie das heimisches Schwarzwild, ein Bad im offenem Wasser oder auch nur im feuchten Schlamm zur Abkühlung und gleichzeitig zur Körperpflege genießen.

Die Nahrungsaufnahme, sei es Äsen oder auch Beutemachen, wird nun in die weniger warmen Stunden des Tages verlegt. Pflanzenfresser, wie Damwild, Rehwild, Hase, Fasan oder Rebhuhn ernähren sich hauptsächlich von Grünäsung, die in unterschiedlichem Maße Feuchtigkeit enthält. Als wesentlicher Feuchtigkeitsspender kann nun vor allem der morgendliche Tau angesehen werden, der gezielt oder beiläufig mit der Grünäsung aufgenommen wird. Er deckt wohl im Wesentlichen den Flüssigkeitsbedarf des Wildes bei diesen schon hochsommerlichen Temperaturen. Wäre es anders, würden wir Jäger nun entweder eine Konzentration des Niederwildes an den verbliebenen Wasserstellen feststellen oder aber vermehrt verdurstetes Niederwild finden müssen. Beides ist jedoch nicht der Fall.