Die ersten Schleiereulenkästen sind bezugsfertig

Anbringen der Nisthilfen durch Jägerschaft und NABU hat begonnen

Uhlenflucht

In einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung von Jägerschaft und NABU, wurden vor Weihnachten die ersten beiden Nisthilfen für Schleiereulen in Kirchwalsede installiert. Die Schleiereule nistete früher auf fast jeden Bauernhof in der Region, in Scheune oder Bauernhaus. Man brachte sogar spezielle „Uhlenfluchten“ an, um ihr das Eindringen in die Gebäude zu ermöglichen. Es handelt sich dabei um Einflugöffnungen, die der Eule die Jagd nach Mäusen oder das Brüten im Gebäude ermöglichten. Die Kenntnis des Nahrungsspektrum ließ die Hofbesitzer eine Symbiose mit der Eule eingehen: „Wohnraum gegen Verhinderung einer Mäuseplage“ lautete der Deal, denn zur damaligen Zeit wurden die Getreidevorräte noch mehr oder weniger offen und damit für die Mäuse zugänglich, in den Scheunen gelagert.

Diese Zeiten sind jedoch lange vorbei. Wärmedämmung und Energieeffizienz ließen diese „Uhlenfluchten“ aus unserem Landschaftbild verschwinden. Und mit ihnen verschwand die Schleiereule, denn geeignete Nistmöglichkeiten sind rar geworden. Ein weiterer, den Bestand beeinflussender Faktor, ist das Angebot an Mäusen. In mäusereichen Jahren brütet die Schleiereule sogar mehrmals im Jahr. Gibt es zu wenig Mäuse, fällt die Brut auch schon einmal aus. In starken Schneewintern zählt die Schleiereule zu den ersten Kälteopfern. Dauert die geschlossene Schneedecke allzu lange an, sind die Verluste in den Schleiereulenbeständen entsprechend hoch, da sie ihre Beute nun nicht mehr erreichen können. Die letzten beiden schneereichen Winter haben hier ihren Tribut gefordert. Viele unserer heimischen Schleiereulen sind in diesen beiden Wintern schlicht verhungert.

Um der Schleiereulenpopulation ein wenig auf die Sprünge, bzw. „unter die Schwingen“ zu helfen, wurde diese Aktion von Jägerschaft und NABU ins Leben gerufen. Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Jägerschaftsvorsitzenden Ulrich Voß, die stv. Vorsitzende des NABU Rotenburg, Sarina Pils und den Obmann für Naturschutz der Jägerschaft Rotenburg (Wümme), Christian Groth, erfolgte durch den Schleiereulenspezialisten des NABU, Manfred Tietje, eine ausführliche Erläuterung über den Bau der Schleiereulenkästen, sowie zur Vorgehensweise beim Anbringen dieser Bruthilfen.

Sodann ging es an die praktische Ausführung, an das Anbringen der ersten doch recht voluminösen Bruthilfe. Aufgrund Größe und Gewicht kam hier ein Gabelstabler zum Einsatz, denn Sicherheit wird bei diesen Arbeiten groß geschrieben. Nach Abmessen und Aussägen der „Uhlenflucht“ im Giebel der Scheune, wurde die Bruthilfe in luftiger Höhe von Innen gegen die Giebelwand geschraubt. Nachdem der Boden mit Hobelspänen ausgelegt und ein Flugbrett angebracht waren, wurde die erste Bruthilfe zur Nutzung freigegeben.

Obwohl die beste Lage weder Nutzung noch Bruterfolg garantiert, wird die Populationsentwicklung der Schleiereule durch die jetzt installierten 10 Brutgelegenheiten sicher positiv beeinflusst werden. Weitere 30 Bruthilfen wurden aus Mitteln des Naturschutzprojekts der Jägerschaften beschafft und stehen zum späteren Einbau bereit. Die Kontrolle der Bruthilfen wird im nächsten Jahr zeigen, wie erfolgreich die Gemeinschaftsaktion von Jägerschaft und NABU letztendlich ausfallen ist.