Kinderstube Natur: Rücksicht nehmen auf heimische Wildtiere

Im Frühjahr erwacht die Natur zu neuem Leben – im wahrsten Sinne des Wortes: Die Brut-,
Setz- und Aufzuchtzeit vieler heimischer Wildtiere ist gekommen. Daher gilt ab dem 1. April
bis zum 15. Juli in Niedersachsen die Anleinpflicht für Hunde im Wald und in der freien
Landschaft. Die Jägerschaft Ammerland bittet daher alle Naturfreunde und
Erholungssuchende in den kommenden Wochen um erhöhte Rücksichtnahme beim
Spaziergang in der freien Natur.
„Ob Rehkitz, Junghase oder Fasanenküken, die Natur gleicht im Frühjahr einer einzigen
Kinderstube“, so Robert Lohkamp, Vorsitzender der Jägerschaft Ammerland.
„Rücksichtnahme ist also dringend erforderlich.“ Von den freilaufenden Vierbeinern gehe in
dieser Zeit eine besondere Gefahr aus, denn nicht nur die Jungtiere, auch die Elterntiere
seien mitunter stark gefährdet. Hochträchtige Rehe seien bei weitem nicht mehr schnell
genug, um vor stöbernden Hunden fliehen zu können. Aber auch für die Hundebesitzer gilt es einiges zu beachten, denn die tierische
Nachwuchspflege unterscheidet sich häufig deutlich von der des Menschen: Zum Schutz der
Jungen werden diese tagsüber häufig allein gelassen. Rehkitze oder Junghasen zum
Beispiel, sind so in Verbindung mit der angeborenen „ducken-und-tarnen-Strategie“ für
natürliche Fressfeinde fast unauffindbar. Die Muttertiere halten sich in der Nähe auf und
erscheinen nur zum Säugen.

Solch scheinbar verlassene Jungtiere sollten Spaziergänger auf keinen Fall anfassen oder
gar mitnehmen. Das Jungwild nimmt bei Kontakt sofort den fremden Geruch an. Das
zurückkommende Muttertier wird durch diesen Fremdgeruch sofort abgeschreckt – die
Jungtiere werden so tatsächlich zu Waisen. „Falsch verstandene Tierliebe bewirkt in diesen
Fällen leider allzu häufig das Gegenteil“, so Lohkamp weiter.
„Auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und unbedingt den Hund angeleint führen“, fasst
Lohkamp die wichtigsten Verhaltensregeln für den Spaziergang in der freien Natur
zusammen.