Corona: Regelungen zur Jagdausübung

Ausgangsbeschränkungen/-sperren und Jagdausübung

+++ Stand 02.04.2021 +++

Aktuell werden in Zeiten steigender Inzidenzwerte in einer zunehmenden Anzahl von Landkreisen in Niedersachsen nunmehr Ausgangssperren umgesetzt. Eine landesweit gültige Ausnahmeregelung, die die Jagdausübung von Ausgangsbeschränkungen/-sperren freistellt, gibt es derzeit nicht.

Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat die FAQ zur jagdlichen An- und Abreise in Gebieten, die einer Ausgangsbeschränkung nach § 18 Absatz 2 Nummer 5 der Niedersächsischen Corona-Verordnung unterliegen angepasst (Die Anpassung ist hier in kursiv wiedergegeben).

„Grundsätzlich gelten kommunal verordnete Ausgangsbeschränkungen auch für Jäger. Die Kommunen, bzw. die Landkreise, haben jedoch die Möglichkeit, insbesondere im Rahmen der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) die Jagd auf Schwarzwild weiter zu erlauben und damit eine Ausnahme von der Ausgangssperre festzulegen“.

(siehe: https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/coronavirus-faq-186571.html)

Einige Landkreise (unserem aktuellen Kenntnisstand nach u.a. die LK Emsland, Cloppenburg, Osnabrück, Celle) sowie die Region Hannover haben bereits Regelungen getroffen, die in dieser Hinsicht Ausnahmen für die Jagdausübungen (Einzeljagd) auch bei geltenden Ausgangsbeschränkungen/-sperren vorsehen. Diese unterscheiden sich zum Teil. Wichtig zu beachten sind in diesem Zusammenhang also die in dem jeweiligen Landkreis getroffene und geltende Regelung:

*ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Region Hannover:

https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Sicherheit-Ordnung/Ordnungs%C2%ADangelegenheiten/Jagdbehörde

Landkreis Emsland:

https://www.emsland.de/buerger-behoerde/aktuell/coronavirus/haeufige-fragen-und-antworten.html

Landkreis Celle:

https://www.cz.de/Celle/Aus-der-Stadt/Celle-Stadt/Kreis-Celle-beantwortet-haeufig-gestellte-Fragen-zur-Ausgangsbeschraenkung

Landkreis Cloppenburg:

https://corona.lkclp.de/regeln/ausgangsbeschraenkungen.php

Landkreis Oldenburg:

https://corona-os.de/sites/default/files/2021-03/was-ist-wahrend-der-ausgagnssperre-erlaubt.pdf

 

Jagdliche FAQs

Ergänzende Hinweise: Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium aktualisiert jagdliche FAQs
Auf der Grundlage der stets aktuellen Nds. Corona-VO und der Nds. Quarantäne-VO hat das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) jagdliche FAQs erstellt. Diese finden Sie nachstehend im Wortlaut.

(Stand 01.04.2021)

Darf ich noch auf die Jagd gehen?

Ja. In der entsprechenden Niedersächsischen „Corona-Verordnung" ist die körperliche Betätigung im Freien grundsätzlich zulässig. Dies ist bei einer Einzeljagd (Pirsch, Ansitz) unproblematisch.

Für Drückjagden auf Schalenwild zur gesetzlichen Abschussplanerfüllung als auch zur Reduzierung der Schwarzwildbestände im Rahmen der Prävention und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gilt Folgendes:

Voraussetzungen für die Durchführung sind

Alle übrigen Gesellschaftsjagden, wie z. B. Treibjagden auf Niederwild, sind nicht zulässig.

Die Anreise zu Einzel- und Drückjagden zur gesetzlichen Abschussplanerfüllung als auch zur Reduzierung der Schwarzwildbestände gelten als berufliche Tätigkeit im Sinne des § 2 Absatz 3 Nr. 3 Nds. Corona-VO und stellen nach Maßgabe des diese Norm konkretisierenden Erlasses des ML (s.o.) einen triftigen Grund für eine Ausnahme von der dort geregelten Einschränkung des Bewegungsradius dar (vgl. § 18 Nds. Corona-VO).

Grundsätzlich gelten kommunal verordnete Ausgangsbeschränkungen auch für Jäger. Die Kommunen, bzw. die Landkreise, haben jedoch die Möglichkeit, insbesondere im Rahmen der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) die Jagd auf Schwarzwild weiter zu erlauben und damit eine Ausnahme von der Ausgangssperre festzulegen.

Mein Jagdrevier liegt weiter entfernt. Daher nutze ich eine Zweitunterkunft. Ist das erlaubt?

Ja, sofern die Jagd zur gesetzlich vorgeschriebenen Abschussplanerfüllung und zur Prävention vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erfolgt. Eine eigene Zweitwohnung oder ein Zweitwohnsitz unterliegt keiner Nutzungsbeschränkung.

Sind die Jägerausbildung und die Durchführung von Jägerprüfungen zulässig?

Die Jägerausbildung erfüllt grundsätzlich nicht die Voraussetzungen für eine berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung (§ 2 Abs. 3 Nr. 6 Nds. Corona-VO), da kein unmittelbarer Bezug zu einem angestrebten Beruf oder dem ausgeübten Beruf besteht. Gemäß § 14a Abs. 1 Satz 1 Niedersächsische "Corona-Verordnung" ist der Präsenzunterricht für die theoretische Jägerausbildung zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung nur im Einzelunterricht oder in der Einzelausbildung zulässig.

Gemäß § 14a Abs. 1 Satz 2 Nds. Corona-VO ist die Durchführung von Jägerprüfungen auf kommunaler Ebene unter Einhaltung der allgemeinen Hygienevoraussetzungen (§§ 2 bis 5 Nds. Corona-VO) zulässig.

Die praktische jagdliche Ausbildung in den Bereichen Reviergang und Einzelschießausbildung ist zulässig, wenn die Teilnehmerin oder der Teilnehmer das Vorliegen des Corona-Virus SARS-CoV-2 beim Veranstalter durch einen Test nach § 5 a Nds. Corona-VO ausschließt (vgl. § 14 a Abs. 1 Satz 6 Nds. Corona-VO).

Ist die Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden zulässig?

Die Ausbildung von Jagdhunden ist gemäß § 14a Abs. 1 Satz 5 Nds. Corona-VO unter Einhaltung der allgemeinen Hygienevoraussetzungen (§§ 2 bis 5 Nds. Corona-VO) zulässig. Das regelmäßige Training von Jagdhunden ist notwendig, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Es muss u.a. aufgrund der derzeitigen Tierseuchensituation (Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen) sichergestellt sein, dass die Jagdaufgaben mit Hunden jederzeit umgesetzt werden können; dazu bedarf es zwingend der Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden.
 

Darf auf Schießständen wieder geschossen werden?

Schießstände weisen einen Doppelcharakter auf. Zum einen sind sie Sportstätten, die nach aktueller „Corona-Verordnung“ Niedersachsens und in denen Zusammenkünfte zunächst weiterhin verboten sind. Abweichend hiervon ist allerdings laut Verordnung die Nutzung öffentlicher und privater Sportanlagen zur Ausübung von Individualsport - das bedeutet allein oder mit höchstens zwei Personen eines anderen Hausstandes bzw. in Hochinzidenzkommunen nach § 18 a im Rahmen des Individualsports allein, mit einer weiteren Person oder den Personen des eigenen Hausstands - unter den in der Verordnung genannten Hygienevoraussetzungen zulässig. Mit diesen Maßgaben dürfen Wurftaubenstände und offene Schießbahnen zu Übungszwecken genutzt werden. Auch räumlich geschlossene Schießstände dürfen genutzt werden (§ 10 Absatz 1 Satz 1 Nr. 7), aber nur im Rahmen des Individualsports.

Zum anderen dienen die Schießstände im Interesse einer waidgerechten Jagdausübung dazu, Jagdwaffen an- und einzuschießen. Insoweit dürfen auch geschlossene Schießstände bzw. Schießkabinen auf offenen Schießbahnen für jagdliche Zwecke unter den allgemeinen Hygienevoraussetzungen (§§ 2 bis 5 Nds. "Corona-Verordnung") genutzt werden.

Im Rahmen zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung sind Schießübungen in der Einzelschießausbildung zulässig, wenn die Teilnehmerin oder der Teilnehmer das Vorliegen des Corona-Virus SARS-CoV-2 beim Schießstandbetreiber durch einen Test nach § 5 a Nds. Corona-VO ausschließt (vgl. § 14 a Abs. 1 Satz 6 Nds. Corona-VO).

Die Anreise zu den Schießständen gilt für Berufsjägerinnen und -Jäger als berufliche Tätigkeit im Sinne des § 2 Absatz 3 Nr. 3 Nds. "Corona-Verordnung" und stellt einen triftigen Grund für eine Ausnahme von der in Landkreisen und Kreisfreien Städten mit einer Inzidenz über 200 geregelten Einschränkung des Bewegungsradius dar (vgl. § 18 Abs. 1 Nds. Corona-VO).

Organisatorische Hinweise für den Infektionsschutz bei der Durchführung von Drückjagden auf Schalenwild vom 11.01.2021

Sie finden diese nachstehend im Wortlaut. Sie ersetzen die seitens des ML mit Datum vom 21.12. 2020 veröffentlichten Empfehlungen:

(Hannover 11.01.2021, ML) Aufgrund der neuen Corona-Beschränkungen zur Eindämmung der bundesweit gestiegenen Infektionszahlen ist die Niedersächsische Corona-Verordnung (VO), geändert am 08.01.2021 und Inkrafttreten am 10.01.2021, angepasst worden. Für die Empfehlungen zum Infektionsschutz bei der Durchführung von Drückjagden auf Schalenwild sowohl zur Abschussplanerfüllung als auch zur Reduzierung der Schwarzwildbestände im Rahmen der Prävention und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gilt Folgendes:

I. Drückjagden auf Schalenwild werden der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit oder einer Tätigkeit zur Gefahrenabwehr zugeordnet (§ 2 Abs. 3 Nr. 3 Nds. Corona VO). Voraussetzungen für die Durchführung sind die

  • Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann (vgl. § 3 Abs. 2, 3, 5-7 Nds. Corona-VO),
  • Erstellung eines Hygienekonzeptes (vgl. § 4 Nds. Corona-VO) sowie
  • Datenerhebung- und Dokumentation (vgl. § 5 Nds. Corona-VO).

Nachstehende organisatorische Hinweise bezüglich der Einhaltung der Schutzprämissen bei der Durchführung von Drückjagden auf Schalenwild werden gegeben, damit diese auch im Jagdjahr 2020/21 erfolgreich und sicher durchgeführt werden können. Sie sind lediglich eine Hilfestellung, die sich an der derzeitigen Situation und Rechtslage orientiert (s. https://www.niedersachsen.de/Coronavirus), da die dynamische Entwicklung der COVID-19-Pandemie Prognosen bis in den Winter hinein kaum zulässt:

1. Jagdleitung

Der/die Jagdleiter*in trägt die Verantwortung und hat entsprechend der Entwicklung der Corona-Pandemie mit angepassten hygienetechnischen Maßnahmen zu reagieren. Gem. § 4 Nds. Corona-VO ist ein Hygienekonzept zu erstellen, umzusetzen und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen.

2. Jagdeinladungen

Sofern noch möglich, sind die Einladungen mit folgenden Hinweisen zu ergänzen:

  • Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Meter und der Hygieneregelungen
  • Mitführen von Desinfektionsmitteln und einer Mund-Nasen-Bedeckung, sowie Nutzung derselben, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
  • Bekanntmachung der Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer, Erhebungszeiten – Ankunft und Abfahrt mit Uhrzeit) bei der Jagdleitung
  • Fernbleiben von der Jagd bei Symptomen, die auf eine Erkrankung mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 im Sinne der dafür jeweils aktuellen Kriterien des Robert Koch-Institutes hinweisen, oder bei Einreise aus einem Risikogebiet und Aufenthalt zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet. Risikogebiet in diesem Sinne ist ein Staat oder eine Region außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, für den oder die zum Zeitpunkt der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Corona Virus SARS-CoV-2 besteht. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und wird durch das Robert- Koch-Institut veröffentlicht.

 

Hinweis: Die Einladung von ausländischen Gästen und bundesweite Einladungen sollten aufgrund des aktuellen Pandemie-Geschehens unterbleiben.

  • Hinweise auf Organisationsänderungen (z. B. Eigenverpflegung statt Schüsseltreiben, möglichst mit eigenem Fahrzeug anreisen)

3. Dokumentation

Der/die Jagdleiter*in hat die Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer, Erhebungszeiten – Ankunft und Abfahrt mit Uhrzeit) aller an der Jagd beteiligten Personen zu erfassen und für die Dauer von drei Wochen nach dem Jagdtag aufzubewahren, damit die Rückverfolgbarkeit einer etwaigen Infektionskette gewährleistet ist. Es ist zu gewährleisten, dass von den erhobenen Kontaktdaten unbefugte Dritte keine Kenntnis erlangen und die Daten spätestens einen Monat nach dem Jagdtag gelöscht werden.

4. Jagdscheinkontrolle und Entrichtung von Kostenbeiträgen

Sofern in der Einladung und Begrüßung darauf hingewiesen wird, dass Teilnahmevoraussetzung ein mitgeführter, gültiger Jahresjagdschein ist, kann auf eine allgemeine Kontrolle der Jagdscheine am Jagdtag verzichtet oder eine stichprobenweise Kontrolle durchgeführt werden. Nach Möglichkeit sollte eine vorherige bargeldlose, elektronische Bezahlung etwaiger Kostenbeiträge erfolgen.

5. Begrüßung und Gruppeneinteilung

  • Die Beteiligten sollten vor der Jagd schriftlich die Sicherheitsunterweisung inkl. Freigabe erhalten und deren Erhalt sowie das vollumfängliche Verständnis der Vorgaben (auch formlos per E-Mail) bestätigen.
  • Die Begrüßung ist grundsätzlich an einem zentralen Ort im Freien durchzuführen.
  • Sofern der Mindestabstand aus Platzgründen nicht eingehalten werden kann, haben die Teilnehmenden eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und der direkte Kontakt ist auf das Unvermeidbare zu reduzieren.
  • Schützen und Jagdhelfer*innen/Hundeführer*innen können sich aus Platzgründen getrennt oder zeitlich versetzt treffen und werden getrennt begrüßt.

6. Jagdablauf

  • Die Bildung von Fahrgemeinschaften mit Personen, die nicht demselben Haushalt angehören, sollte unterbleiben.
  • Beim gemeinsamen Bergen und Versorgen des erlegten Wildes ist auf die Einhaltung des Mindestabstandes zu achten und ggf. eine Mund-Nasen- Bedeckung zu tragen.

 

7. Ende der Jagd

  • Im Sinne einer zeitlich möglichst kurzen Zusammenkunft der Jagdbeteiligten sollte auf das Streckelegen und die Bruchübergabe verzichtet werden.
  • Die Verpflegung der Jagdbeteiligten erfolgt eigenverantwortlich, um vermeidbare Kontakte während der Mahlzeiten oder bei deren Ausgabe zu vermeiden. Auf Alkohol soll dabei verzichtet werden.

 

II. Alle weiteren Gesellschaftsjagden wie z. B. Treibjagden auf Niederwild sind nichtzulässig.

Neben der Beachtung der organisatorische Hinweise für den Infektionsschutz bei der Durchführung von Gesellschaftsjagden, ist bei diesen auch die Dokumentation der Teilnehmer erforderlich.
Nachstehend finden Sie ein LJN-Musterblatt für einen solchen Anwesenheitsnachweis. Dieses können Jagdherren/Jagdleiter für Ihre Gesellschaftjagden nutzen und sich so den Anwesensheitsnachweis der Teilnehmer dokumentieren lassen.

Muster_Anwesenheitsnachweis_Kontakt_Dokumentation

Eine LJN-Mustervorlage für ein Hygiene-Konzept finden Sie hier:

Mustervorlage Hygienekonzept

 

Erläuternde Hinweise der LJN

 

Bitte beachten Sie zudem, dass die Landkreise anders lautende oder darüberhinausgehende Regelungen erlassen haben können. Wir bitten Sie deshalb, sich diesbezüglich zu informieren.