Über uns

Jagd, Jäger und Forstleute haben im Landkreis Holzminden seit vielen Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. Braunschweiger Herzöge und Hannoversche Könige jagten in den Wäldern des Hils, Voglers und ganz besonders im Solling – angezogen von riesigen Wildbeständen und einer dadurch bedingten hohen Wilddichte. Nachdem die Jagd an den Grundbesitz gebunden wurde, fanden sich schnell Jäger und Forstleute, um ihre Interessen zu bündeln und begründeten jagdliche Vereine und Verbände.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Alliierten, Jägern und Forstleuten das Führen von Jagdwaffen wieder erlaubte, waren die Männer der ersten Stunde da und gründeten im Landkreis Holzminden eine neue Jägerschaft. Jäger, wie Wilhelm Gruppe aus Arholzen, Forstmeister Heiner Lindenberg aus Boffzen, Justizinspektor Richard Schünemann aus Holzminden, der Forstmeister Ilse aus Holzminden und schließlich der Domänenpächter Fritz Gruppe aus Allersheim, sowie Heinrich Püttcher aus Lobach, zählten zu den Gründungsmitgliedern. Fritz Grupe wurde der erste Vorsitzende und wurde zugleich auch der erste Kreisjägermeister in Holzminden. Den Vorsitz gab er an den Forstmeister Heiner Lindenberg ab, Kreisjägermeister war er bis zum Jahr 1969, sein Nachfolger als KJM wurde Heinrich Püttcher, der im Jahr 1991 – inzwischen vom Landkreis Holzminden zum Ehrenkreismeister ernannt und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – sein Amt an den Landwirt Ludwig Hundertmark aus Halle übergab.

Als Vorsitzender kamen nach Fritz Grupe der Forstmeister Heiner Lindenberg, es folgte der Forstmann Otto Tappe aus Bodenwerder und seit dem Jahr 1981 wird die Kreisjägerschaft von Rechtsanwalt Christian Kauffmann aus Holzminden geführt.

In der Amtszeit von Fritz Grupe unterhielt die Jägerschaft zwischen Holzminden und Bevern eine Lehrrevier, das von Revieroberjäger Erich Simon betreut wurde. Erich Simon wohnte mit seiner Familie im Jägerheim Tannengrund, da gab es weder Strom noch fließendes Wasser, entlohnt wurde er mit 179 € und sein monatlicher Mietpreis war mit 2,56 € festgesetzt. Das hat es in den Fünfzigern noch gegeben.

Erich Simon war sehr aktiv und so gründete er, neben seine vielfach anderen Aufgaben im Lehrrevier, am 01.05.1963 das Bläserkorps "Tannengrund".

Der Landkreis Holzminden verfügt über eine bejagdbare Fläche von 68137 ha (davon erhebliche fiskalische Flächen) und diese ist aufgeteilt in genau 100 Reviere. Bejagt werden Rotwild, Damwild, Muffelwild, Schwarzwild, Rehwild und sonstiges Niederwild- und Flugwild. Erheblich Strecken fallen in jedem Jagdjahr an. Die Jägerschaft des Landkreises Holzminden gliedert sich in 9 Hegeringe mit z.Z. 567 Mitgliedern und setzt sich zusammen aus allen Bevölkerungsschichten und natürlich auch aus Forstleuten. Zu bemerken sei, dass vielen revierlosen Jägern in Staatlichen Forstämtern entsprechende Jagdmöglichkeiten geboten werden. Höhepunkt eines jeden Jagdjahres ist die mit der Jahreshaupotversammlung verbundene Pflichttrophäenschau, an der sich auch die Staatlichen Forstämter beteiligen. Hier wird gezeigt, was im Landkreis Holzminden geerntet wird und welch starke Trophäen durch Hege und Pflege der Wildbestände heranwachsen.

Jäger und Förster sind Naturschützer der ersten Stunde. Da werden Hegebuschanlagen gepflanzt, Feuchtbiotope geschaffen und da wird geschont was zu schonen ist. Die Jagd im Landkreis Holzminden ist noch in Ordnung und möge es so bleiben, zum Wohle der heimischen Tierwelt, zum Wohle der intakten Natur und zum Wohle von künftigen Jägergenerationen.