Der Landkreis Celle
Der Landkreis Celle gehört zu den waldreichsten Landkreisen in Deutschland.
Rund 45 % (BRD = 30 %, Niedersachsen = 24 %) der kommunalen Gesamtfläche von rd. 183.000 ha sind Waldflächen, davon sind über 76 % mit Nadelwald bestückt. Das gesamte kommunale Gebiet der Stadt Celle umfasst weitere rd. 71.000 ha. Der Norden des Landkreises ist durch große Wald- und Heideflächen, der Westen durch Europas größten NATO-Übungsplatz Bergen und der Süden durch überwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen und durch die Allerwiesen geprägt. Etwa 1/3 der Fläche gehört zum Naturpark Südheide, in dem auch das größte Landschaftsschutzgebiet Südheide liegt. Einige weitere Flächen sind als Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Hierzu gehören insbesondere die Moor- und Wasserflächen in den Räumen Meißendorf/Bannetze, Eschede/Aschauteiche und Boye/Entenfang sowie das Lachte/Luttergebiet. Die ungünstige allgemeine Entwicklung der Erlössituation in der Land- und Forstwirtschaft hat dazu geführt, dass das Celler Land mehr und mehr für Erholungssuchende und den Tourismus erschlossen wurde, um hierdurch einen Teilausgleich zu schaffen.
Jagd im Landkreis Celle
Aus vorstehender Beschreibung heraus ergibt sich schon, dass die Jagd im Landkreis Celle eine besondere Bedeutung hat. Die bejagbare Fläche beträgt rund 144.000 ha, davon 113.000 ha Acker, Wald und Grünland; der Rest gehört zu den Bundesforstämtern, den Nieders. Forstämtern und zur Klosterkammer. Über 1.800 Stück, das sind über 20 % der Rotwildstrecke in Niedersachsen, werden hier erlegt! Anläßlich der jährlich im Frühjahr in Bergen stattfindenden Hegeschau kann man sich ein Bild von der hervorragenden Qualität des "Königs der Wälder" machen. Die Schwarzwildstrecke betrug in 2009/2010 rd. 3.600 Stück. Der Landkreis Celle ist "schweinepestfrei"! Hauptwildart bleibt bei uns das Rehwild mit einer durchschnitt-lichen Jahresstrecke von rund 4.700 Stück. Dagegen spielt das Niederwild hier leider keine besondere Rolle mehr. Vielmehr sind die Jäger gefordert, durch gezielte Hegemaßnahmen und Prädatorenreduzierung sowie auch durch freiwillige Jagdbeschränkungen die Bestände zu verbessern bzw. zumindest zu halten. Dies hat insbesondere bei den Feldhasen schon zu einer positiven Bestandsverbesserung geführt.
Fast 100 % der Revierinhaber im Celler Land beteiligen sich nun schon seit über 10 Jahren an der jährlichen Wildtiererfassung, die insbesondere das Niederwild betrifft. Die jährlichen Bestandsermittlungen werden vom Institut für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover wissenschaftlich ausgewertet.
Der Wolf in der Lüneburger Heide
Der Wolf ist wieder da! In der Lüneburger Heide zuerst wieder gesichtet in nordöstl. Teil unseres Landkreises und inzwischen vermehrt auch in den umliegenden Landkreisen.
Der Wolf ist kein jagdbares Wild, vielmehr geniesst es absoluten Schutz! Dennoch ist seine Anwesenheit nicht überall und bei Jedermann willkommen. Wir haben im Landkreis 2 Wolfsberater
Bereich Lkr. Celle Helge John siehe Obleute |
Bereich Nds. FoA Unterlüß Arne Riedel siehe stellv. Vorstand |
Hegeringe, Hegegemeinschaften und Reviere im Landkreis Celle
Zur Zeit bestehen im Landkreis Celle 121 gemeinschaftliche Jagdbezirke und 256 Eigenjagdbezirke. Der Jägerschaft Celle des Landkreises Celle e.V. sind 9 Hegeringe angegliedert. 11 Reviere gehören keiner der insgesamt 9 Hegegemeinschaften an. In der Arbeitsgemeinschaft Rotwild, die sich vornehmlich mit der Bewirtschaftung des Rotwildes im Landkreis Celle befasst, sind neben Bundesforstämtern, den niedersächsischen Forstämtern, dem Klosterforstamt auch die 9 Hegegemeinschaften vertreten.
Jägerschaft des Landkreise Celle e.V.
Unsere Jägerschaft - entstanden am 27.09.1945 aus Wiedergründung des Niedersächsischen Jagdbundes (NJB) - ist eine eigenständige Unterorganisation der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.(LJN). Unsere Satzung ist in der der LJN vom 08.05.1998 enthalten. Wir sind als Verein seit dem 15.08.2000 unter der Nummer 100772 im Vereinsregister des Amtsgerichts Lüneburg eingetragen und nach § 29 BNatG anerkannter Naturschutzverband. Wir verfolgen keine eigenen wirtschaftlichen Zwecke und sind auch deshalb gemäß Bescheid des Finanzamtes Celle vom 10.07.2001 als gemeinnützig anerkannt.
Durchschnittlich haben wir rd. 1.600 Mitglieder und gehören damit zu den mitgliedstärksten Jägerschaften in Niedersachsen. Die jährlichen Mitgliedsbeiträge sind unaufgefordert im 1.Quartal jeden Jahres zu entrichten.
In Zusammenhang mit der Finanzierung (Kredittilgung) unseres neu erstellten "Schießpark Celler Land" wurde auf der a.o. Mitgliederversammlung eine vorübergehende Beitragserhöhung ab 2009 auf
- 115 Euro für Mitglieder
- 85 Euro für Gastmitglieder
- 80 Euro für Bläser
beschlossen. Für Jugendliche gelten die bisherigen Beiträge. Bei "Härtefällen" entscheidet der Vorstand auf Antrag über eine Ermäßigung.
Der Erhöhte Beitrag hat eine Laufzeit von max. 5 Jahren. Das Erfordernis des erhöhten Beitrages soll ab 2011 durch die jeweiligen Kassenprüfer geprüft und auf unserer Jahreshauptversammlung vorgetragen werden.
Sofern Abbuchungsaufträge vorliegen, erfolgt die Abbuchung der Beiträge Ende Januar/Anfang Februar j. J.
Von den obigen Beiträgen werden Anteile an die Hegeringe, sowie die LJN und den DJV abgeführt.
Erwünscht ist die kostengünstige Beitragszahlung mit Bankeinzug. Ehrenmitglieder sind in der Regel beitragsfrei. Für aktive jugendliche Mitglieder (z.B. Bläser unter 16 Jahren) kann mit Vorstandsbeschluss eine Beitragsermäßigung oder -befreiung gewährt werden.
Informationen erhalten alle Mitglieder durch unseren mind. 2 x im Jahr erscheinenden "Celler Jägerboten" sowie auf unserer Jahreshauptversammlung, die immer am ersten Sonnabend im Monat März jeden Jahres zusammen mit der Hegeschau stattfindet und zu der im "Celler Jägerboten" eingeladen wird. Die Revierinhaber werden zusätzlich durch ihre Hegeringe und/oder Hegegemeinschaften aktuell informiert. Eine weitere Informationsmöglichkeit besteht über das Internet auf den jetzt gewählten Seiten.
Schießstand Celler Land eingeweiht!
Seit dem 27.09.2008 verfügen wir über einen eigenen Schießstand für jagdliches und sportliches Schießen mit Kurz- und Langwaffen. Bei uns haben Sie die Möglichkeit mit fast allen Waffen auf 8 x 100m-Bahnen, 1 x 50m-IPSC-Anlage, 1 x lfd. Keiler, 5 x 25m-Pistole, 1 x 5-Maschinen-Trap-Stand, einem Skeet-Stand sowie in Kürze auch auf einem Roll- und Kipphasen-Stand Ihre Schießfertigkeiten zu trainieren.
In der 100m-Anlage sind 2 separate Anschusskabinen (manuelle Trefferanzeige) und 6 Wild-Scheiben-Stände (alternativ auch Ring-Scheiben) mit elektronischer Trefferanzeige vorhanden. Auch auf dem "Keiler-Stand" erfolgt die Anzeige elektronisch. Installiert wird ferner eine modernste Trefferdokumentation. Die 50m-Anlage (begehbar!) ermöglicht das Schießen für Western- und BDS-Schützen. Seit Herbst 2010 ist auch ein modernes Tageslicht-Schießkino in Betrieb. Die Skeet- und Trap-Stände sind auf modernsten Stand erstellt und werden noch durch 3 - 4 Pacours-Abwurfstände ergänzt. Die Roll- und Kipphasen können Sie auch beschießen! Alle Anlagen kann Jedermann mit Jagdschein ggf. auch mit einer Tagesversicherung (3.00 Euro) benutzen.
Wir haben mit folgenden Öffnungszeiten begonnen:
- mittwochs von 13:00 bis 18:00 Uhr
- freitags und Sonnabends von 10:00 bis 18:00 Uhr
weitere Termine und Informationen über Hernn Rolf Majehrke, werktags über 05051/4550
Aufgaben der Jägerschaft
Neben den satzungsgemäß festgeschriebenen Aufgaben und Zielen wie Förderung der freilebenden Tierwelt im Rahmen des Jagdrechts sowie des Naturschutzes, der Landschaftspflege, des Tierschutzes und des Umweltschutzes unterstützen wir einige Projekte; u.a. das Wasserwildreservat Entenfang Boye. Hierfür wenden wir aus Mitgliedsbeiträgen jährlich einen erheblichen Betrag für die Unterhaltung dieses wunderschönen Teichgebietes mit den dort lebenden und rastenden Vögeln auf. Neben einer von uns errichteten Aussichtsplattform haben wir dort auch einen Lehrpfad mit Schautafeln angelegt. In den Sommermonaten finden durch den Eigentümer und unsere Naturschutzobleute regelmäßig Führungen statt. Desweiteren haben wir uns für 10 Jahre vertraglich gebunden, gemeinsam mit der Naturschutzbehörde der Bezirksregierung in Lüneburg eine verbuschte und vergraste Heideflache am Ortsrand von Lutterloh im Naturschutzgebiet Heideflächen mittleres Lüßplateau durch Hand- und Spanndienste der Jäger des Landkreises Celle sowie Zahlung einer Pacht an den Grundeigentümer die Regenerierung der Heide durchzuführen.
Seit vielen Jahren legen unsere Jäger Hegebüsche und Wildschutzhecken in der freien Landschaft an, um der Tier- und Vogelwelt Schutzmöglichkeiten zu bieten. Ferner werden viele Brachflächen gezielt zu Rückzugs- und Äsungsflächen für das Wild fachmännisch hergerichtet. Durch flächendeckende Öffentlichkeitsarbeit insbesondere an Schulen und während der Ferien leisten unsere Jägerinnen und Jäger einen erheblich Beitrag zur Information über unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt und die Jagd im Allgemeinen. Unsere Jagdhornbläser sind weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. Bei Meisterschaften sind sie meist im vordersten Feld der Sieger plaziert. Unsere Bläser- Obleute führen gern junge Leute an das Jagdhornblasen heran. Die Jagdschützen aus dem Landkreis haben bei vielen Meisterschaften ihre Treffsicherheit bewiesen und manchen Titel geholt. Das Üben mit der Jagdwaffe ist für den Gebrauch während der Jagd unerläßlich. Unsere Jagdhunde werden professionell von den Jägern selbst oder in Kursen ausgebildet. "Die Jagd ohne Hund ist Schund!" Dieser weise Spruch besagt schon alles; außerdem ist jeder Revierinhaber gesetzlich verpflichtet, für sein Revier einen "brauchbaren" Jagdhund zur Verfügung zu haben. Bei bestimmten Jagdarten müssen geeignete Jagdhunde vorhanden sein.
Jährlich werden von erfahrenen Jägern ca. 20 bis 40 Interessenten auf das Bestehen der Jägerprüfung vorbereitet. Die Vielzahl der Gesetze, das Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt, das jagdliche allgemeine Handwerk und das sichere und erfolgreiche jagdliche Schießen sowie ein Menge sonstigen Fachwissens müssen in einem Lehrgang, der von Juli bis April andauert, beherrscht werden. Die Prüfungen werden vom Landkreis Celle abgenommen. Das Lösen eines Jagdscheines (Tages-, Jahres- oder Dreijahresjagdschein) setzt neben dem Bestehen einer Jagdhaftpflichtversicherung eine bestandene Jägerprüfung als unabdingbar voraus. Und wir Jäger bergen selbstverständlich auch das auf den Straßen im Landkreis angefahrene Wild - zu jeder Tages- und Nachtzeit. Damit verbunden sind sehr oft auch schwierige Nachsuchen von verletzten Stücken. Unsere "Nachsuchen-Gespanne" müssen hier immer "ganze Arbeit" leisten.
Wildbret - ein viel zu wenig beachteter Leckerbissen!
Wildfleisch unterscheidet sich erheblich vom Fleisch unserer gemästeten Schlachttiere. Es ist extrem fettarm, feinfaserig und von fester und gut verdaulicher Beschaffenheit. Daneben ist Wildfleisch äußerst reich an Mineralstoffen und Vitamin B2. Wildfleisch gehört zu den Delikatessen; denken Sie dabei nur an einen Rehrücken oder einen geräucherten Hirschschinken! Die Abgabe von Wild beim Jäger oder Forstamt erfolgt meist im ganzen Stück und kann dann selbst oder vom befreundeten Schlachter in Portionen zerteilt und eingefroren werden. Lassen Sie sich bei einem Jäger oder Forstamt für ein Stück Wild vormerken.
Zum Schluss
Die Jäger erhalten im Gegensatz zu anderen Organisationen für Ihre Natur- und Tierschutzleistungen keine öffentliche Gelder. Vielmehr führen die Jagdpächter und Eigenjagdbesitzer im Landkreis Celle jährlich rd. 130.000 Euro an Jagdsteuer (z. Zt. 10 % des Pachtpreises oder des Jagdwertes) sowie die Jäger in 2008 rd. 245.000 Euro an Jagdgebühren und Jagdabgaben ab! Deshalb fordern wir Jäger die Abschaffung der Jagdsteuer!
Unsere Bankverbindung
Sparkasse Celle
Konto Nr. 200 246
BLZ 257 500 01
Stand 03/2009

