Über uns

Mittel-Radde-Niederung bei Werlte (Foto: Thomas Schomaker)
Mittel-Radde-Niederung bei Werlte (Foto: Thomas Schomaker)
vds

Die Jägerschaft Aschendorf-Hümmling e.V. (JS ASD-H) befindet sich im nördlichen Teil des Emslandes und zeichnet sich aus durch eine sehr strukturreiche Landschaft mit starkem forst- und landwirtschaftlichem Charakter. Durchzogen wird der Bereich der Jägerschaft vom Flusslauf Ems und kleineren Bächen, wie z.B. Mittelradde, der Ohe und der Südradde. Aber auch kleine Seen und Teiche sowie Moore und Heideflächen gehören zum Landschaftsbild.

Bejagbare Fläche

Die bejagbare Gesamtfläche der Jägerschaft beträgt etwa 103.601 Hektar und umfaßt ohne nennenswerte Abweichungen das Gebiet des Altkreises Aschendorf-Hümmling. Reviere: Gegliedert ist die Jägerschaft in 10 Hegeringe mit 258 Jagdrevieren, darunter befinden sich 69 Eigenjagdbezirke.

  • Hegering Aschendorf: 22 JG-Reviere, davon 1 EJ-Revier, Flächengröße Sa.(ha) 8.301
  • Hegering Dörpen: 25 JG-Reviere, davon 5 EJ-Reviere, Flächengröße Sa.(ha) 9.795
  • Hegering Heede: 25 JG-Reviere, davon 3 EJ-Reviere, Flächengröße Sa.(ha) 13.111
  • Hegering Lathen: 25 JG-Reviere, davon 10 EJ-Reviere, Flächengröße Sa.(ha) 9.565
  • Hegering Lorup: 11 JG-Reviere, davon 0 EJ-Reviere, Flächengröße Sa.(ha) 5.916
  • Hegering Papenburg: 12 JG-Reviere, davon 4 EJ-Reviere, Flächengröße Sa.(ha) 3.387
  • Hegering Rhede: 8 JG-Reviere, davon 1 EJ-Reviere, Flächengröße Sa.(ha) 7.598
  • Hegering Sögel: 54 JG-Reviere, davon 19 EJ-Reviere, Flächengröße Sa.(ha) 16.096
  • Hegering Surwold: 28 JG-Reviere, davon 5 EJ-Reviere, Flächengröße Sa.(ha) 13.275
  • Hegering Werlte: 48 JG-Reviere, davon 21 EJ-Reviere, Flächengröße Sa.(ha) 16.557

Die Jagdbezirke der Jagdgenossenschaften und die Eigenjagdbezirke werden fast ausschließlich durch heimische Jäger bejagt.

Forstwirtschaft

Endlose Heide- und ärmste Wehsandflächen waren die Ausgangslage, auf denen im 19. Jahrhundert mit Kiefern als Pionierbaumart Wälder angelegt und gepflegt wurden. Auch während der sogenannten Emsland-Aufforstungen wurden zahlreiche Waldgebiete angelegt. Als Folge eines Orkans im Jahre 1972 wurden viele dieser in zwei Aufforstungsperioden angelegten Wälder zerstört. Mit standortgemäßen Nadelbaummischbeständen wurde diese verwüsteten Wälder wieder aufgeforstet. Die heutigen Wälder werden durch Unterpflanzungen zu strukturreicheren und stabilen Wirtschaftswäldern nach naturnahen Betriebszielen weiter entwickelt und bieten unseren heimischen Wildarten gute Ruhe-, Äsungs-, und Entwicklungsmöglichkeiten, in erster Linie für das Rehwild, Damwild und Schwarzwild.

Landwirtschaft

Die Hauptanbaufrüchte sind Getreide und Mais. Nach der Getreideernte werden häufig Zwischenfrüchte wie Ackersenf oder Raps angesät. Die Zwischenfrüchte bieten somit Äsung und Deckung für das Niederwild wie Hase, Kaninchen, Fasan, Rebhuhn etc.. Da Mais oft die Fruchtfolge auf Getreide ist, bleibt die Zwischenfrucht als Deckung und Äsung bis in den April des nächsten Jahres stehen. Somit bieten viele Ackerflächen in der vegetationsarmen Zeit dem Niederwild Schutz.

Eine Strukturreiche Landschaft bietet dem Wild Deckungs- Äsungs- und Ruhemöglichkeiten. Hier: Einfallende Fasane auf einem abgeernteten Getreideschlag (Foto: Thomas Schomaker)
Eine Strukturreiche Landschaft bietet dem Wild Deckungs- Äsungs- und Ruhemöglichkeiten. Hier: Einfallende Fasane auf einem abgeernteten Getreideschlag (Foto: Thomas Schomaker)

Bei durchschnittlichen Hofgrößen von 30 Hektar sind darüber hinaus noch viele kleinflächige Strukturen vorhanden, die einen hohen Grenzlinieneffekt für das Niederwild bieten. Trotz intensiver Landwirtschaft gibt es aber auch Flächen, die außerhalb der Bewirtschaftung liegen. Hier bietet sich oft die Möglichkeit des Anlegens von Hegebüschen, Streuobstwiesen oder ähnlichen Natur-Fördermaßnahmen.

Doch das reicht noch nicht, um in einer intensiv bewirtschafteten Region derart hohe Niederwildstrecken zu erzielen. Und so hat die Raubwildbejagung einen hohen Stellenwert. Der Erfolg zeigt sich beispielsweise in einer rückläufigen Fuchsstrecke in den letzten Jahren.

Zusammengefaßt heißt dies: Jagdreviere in einheimischer Hand, relativ kleinflächige Strukturen der Nutzflächen mit hohen Grenzlinieneffekten, Deckung und Äsung für das Wild in der vegetationsarmen Zeit, Anlage von Hegebüschen, intensive Prädatoren(Raubwild und Raubzeug)kontrolle und die Nachhaltigkeit der Bejagung führen zu hervorragenden Niederwildbesätzen, die nachhaltig jagdlich genutzt werden können. Dies ist an den Streckenergebnissen abzulesen. Dabei ist anzumerken, daß die Niederwildstrecken entgegen allen bundesweiten Trends im Landkreis Emsland eher eine steigende Tendenz aufweisen.

Jagdliche und Kulturelle Besonderheit– das Jagdsternschloß Clemenswerth

Das Jagdschloß Clemenswerth wurde 1737 bis 1747 für den Kurfürsten und Erzbischof Clemens August von Köln erbaut. Der Münsteraner Architekt Johann Conrad Schlaun war mit dem Bau des Schlosses auf dem Hümmling beauftragt. Als Jagdstern-Konzeption mit Zentralbau, Gästepavillons, Schloßkapelle, Marstall und Waldpark ist es eines der reizvollsten kulturgeschichtlichen Denkmäler des Spätbarock in Nordwestdeutschland.Die einzelnen Pavillons, insgesamt sind es acht um das eigentliche Schloß, tragen die Namen des Kurfürsten, seiner Bistümer Köln, Münster, Paderborn, Hildesheim, Osnabrück und des Deutschordenssitzes Mergentheim.

Das Jagdsternschloß Clemenswerth - ein Kleinod im Emsland auf dem Hümmling (Foto: Thomas Schomaker)
Das Jagdsternschloß Clemenswerth - ein Kleinod im Emsland auf dem Hümmling (Foto: Thomas Schomaker)

Nach umfangreichen Restaurierungen bildet die Schloßanlage heute den Rahmen eines Regionalmuseums für die Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts.
Der Pavillon Hildesheim beherbergt zum Beispiel eine Ausstellung zum Thema: "Die Barocke Jagd unter dem Kurfürsten Clemens August". In einem weiteren Gebäude ist die Schloßkapelle untergebracht die dem St. Hubertus dem Schutzpatron aller Jäger geweiht ist. Sehr sehenswert, interessant und bestimmt eine Reise wert.

Warum eigentlich Jagd und welchen Nutzen haben wird von ihr?

Obwohl die Jagd heute nicht mehr wie zu früheren Zeiten in erster Linie aus Gründen der Nahrungssicherung ausgeübt wird, hat sie ihren Sinn dennoch keineswegs verloren. Es läßt sich im Gegenteil behaupten, daß sie heute unverzichtbarer ist denn je. Dabei sind es vornehmlich 5 Gründe, die den Nutzen der Jagd deutlich machen.

  • Jagd trägt heute in entscheidendem Maße dazu bei, die Lebensgrundlagen des Wildes zu sichern.
  • Ohne Jagdausübung würden Wildarten wie z.B. Wildschweine aber auch Reh-, Dam-, und Rotwild in der Land- und Forstwirtschaft große Schäden anrichten.
  • Ohne Jagdausübung würden sich größere Wildarten zu stark vermehren. Der Jäger erntet verantwortungsbewußt den vorhandenen Überschuß an Wild. Zugleich verhindert er auf diese Weise, daß Krankheiten, z.B. die Schweinepest bei Wildschweinen oder die Myxomatose bei Kaninchen wirksam werden. Aber auch viele Verkehrsunfälle mit Wild werden so minimiert.
  • Jagd sorgt in der heutigen Kulturlandschaft für stabile gesunde Wildbestände. Dies gilt besonders für Arten (z.B. Schalenwild), die keine natürlichen Feinde (Wolf, Bär, Luchs) mehr haben.
  • Ohne Jagdausübung würde das Wild auch sterben. Das Wildbret als ein zusätzliches, wertvolles Nahrungsmittel (Eiweißquelle) der Natur würde ungenutzt verloren gehen.

Jagd ist eine Notwendigkeit. Die Freude des Jägers am jagdlichen Geschehen garantiert die Bemühungen um die Erhaltung des Wildes und der damit zusammenhängenden Lebensräume.