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Jagd in Geest und Moor

Im Jahr 1949 wurde unter führender Mitwirkung der Weidgesellen Gustav Thye, Karl Meyer, Willi Stolle und Anton Duhme die Jägerschaft Ammerland gegründet; aus ihrer Mitte wählten die Ammerländer Jäger Gustav Thye als 1. Vorsitzenden, und der Kreistag wählte ihn zum 1. Kreisjägermeister des Landkreises Ammerland.
Im Laufe der folgenden Zeit bildeten sich elf Hegeringe und von kleinen Ausnahmen abgesehen, bilden die politischen Grenzen des Landkreises Ammerland das Einzugsgebiet der Jägerschaft Ammerland.

Kreisgruppen und Jägerschaften

"Eine Parklandschaft inmitten von Mooren, Wiesen und Wasserläufen", so skizziert Dr. Wolfgang Hartung diesen Teil des Oldenburger Landes. Ausgehend von den landschaftlichen Vorzügen und der Randlage zur Großstadt Oldenburg ist das Ammerland neben der zunehmenden Besiedlung zu einem wichtigen Gebiet der Naherholung und Freizeitgestaltung geworden. Spaziergänger mit Hund, Reiter, Jogger u. a. machen es den Jägern nicht leicht, der Jagd auf Reh-, Dam- und Schwarzwild nachzugehen; dennoch kamen im 10-Jahres-Mittel (1989 bis 1999) 1667 Stück Rehwild pro Jagdjahr zur Strecke, eine Steigerung bei dieser Hauptwildart im Vergleich der vorhergehenden 10 Jahre um etwa 25 Prozent- ein Verdienst der hervorragenden Arbeit von Kreisjägermeister G. Wemken, der immer wieder seine Weidgesellen drängte, die Reproduktivität dieser Wildart voll auszunutzen.
Für Abwechslung beim jagdbaren Wild sorgen die Hochwildarten Dam- und Schwarzwild.
Sie konzentrieren sich auf ein Kerngebiet um Linswege und Garnholt. Die örtlichen Jäger sind hier bemüht, die Wildschäden in Grenzen zu halten.
Der Besatz an Hasen, Kaninchen und Fasanen ist insgesamt zufriedenstellend. Rebhühner werden im Ammerland schon seit 1982 auf freiwilliger Basis nicht mehr bejagd, zu mäßig ist der Besatz. Ermutigend ist allerdings die steigende Zahl festgestellter Brutpaare. Sie mögen mit ein Weiser dafür sein, dass sich die Jägerschaft Ammerland mit ihren verschiedenen Biotopschutzprogrammen auf dem richtigen Wege des praktizierten Naturschutzes befindet.
Schon seit Mitte der siebziger Jahre nimmt die Jägerschaft am Hegebuschprogramm der Landesjägerschaft teil. Seit dem Katastrophenwinter 1978/79 werden in vielen Revieren Jahr für Jahr Naturschutzflächen wie Streuobstwiesen, Gehölze und Hecken auf privater Basis eingerichtet. Leider ist die statistische Erfassung dieser Flächen noch nicht abgeschlossen. Seit 1990 sind im Rahmen eines eigenen Biotopschutzprogrammes des Landkreises und der Jägerschaft unter Verwendung von Spendengeldern und jährlichen Zuschussbeträgen des Landkreises aus Jagdsteueraufkommen 60 ha artenreiche Naturschutzflächen geschaffen worden. Dies Leistung wurde möglich durch den unermüdlichen Einsatz Ammerländer Jäger um ihre Vorsitzenden Bernd Lüttmann, Wilfried Helmsen und Kreisjägermeister Günter Wemken. Seit kurzem arbeiten die Jäger mit den Gemeinden und dem Landkreis auf dem Gebiet der Kompensationsflächen zusammen. Diese Ausgleichs- und Ersatzflächen werden per kostenlosem Nutzungsvertrag an die Revierpächter abgegeben, die diese nach einem durch die Umweltbehörde zu genehmigenden Plan umgestalten ( Biotop-Aufwertung). Die Kommunen tragen dabei die Materialkosten, Arbeits- und Pflegeleistung übernehmen die Jäger. Im Bereich dieses Programmes wurden so in kürzester Zeit 12 ha Naturschutzfläche geschaffen.
Schon früh erkannten die Ammerländer die Notwendigkeit der Zählung von Wildtierlebendbeständen. In zwei großflächigen Versuchsgebieten wurden 1985 bis 1995 Brutvorkommen von Greifvögeln, speziell die Vorkommen von Mäusebussard und Habicht, erfasst und ausgewertet. Positiv ist zu vermerken, dass bei den Zählaktionen in den vergangenen Jahren auch Bruten bzw. Brutversuche vom Roten Milan, Wespenbussard, Baumfalke, Waldkauz, Waldohr-, Schleier- und Sumpfohreule nachgewiesen werden konnten, denn diese Ergebnisse werden auch in dem vom Landesverwaltungsamt Niedersachsen herausgegebenen Band "Die Vögel Niedersachsens" veröffentlicht. An der von der LJN iniziierten landesweiten Erfassung der Wildtierbestände nimmt die Jägerschaft Ammerland mit 99 Prozent der Reviere teil. Besonders erfreulich entwickelt sich zz. die Öffentlichkeitsarbeit. Bei Dorffesten, Ferienpassaktionen, Tag des offenen Hofes, Zwischenahner Woche, Westersteder "Rodo" etc. gehören Ausstellungen und Veranstaltungen der Jäger zum festen Programm.
Die Ammerländer Jäger haben bewiesen, dass sie bereit sind, sich unter Wahrung jagdlicher Traditionen den Anforderungen an die Jagd durch die moderne Gesellschaft zu stellen; nicht zuletzt deswegen sind Jagd und Jäger im Ammerland ein integrierter Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Hartmut Cordes, Günther Wemken